Als Zwölfjähriger hat er seine eigene Firma gegründet. Markus Gisler, Geschäftsführer der Swiss PV AG, hat schon als Junge Solarzellen gebaut. Heute ist sein Unternehmen in Deitingen, die dem Solar-Hersteller «megasol» angehört, die grösste Solarfabrik der Schweiz. Am Donnerstag wurde die Firma mit dem Schweizer Innovationspreis von «idee suisse» ausgezeichnet. «Das freut uns sehr», sagt Gisler, der die Firma mit zwei Geschäftspartnern leitet. Es sei eine schöne Wertschätzung für die langjährige Entwicklung der Swiss PV und der vielen Überstunden der rund 80 Mitarbeiter. Ausgezeichnet wurde die Firma, die letztes Jahr von Wangen an der Aare in den Cleantech Businesspark umzog, vor allem für ihre Glas-Glas-Solarmodule.

Solaranlage in der Fassade

Ihre Doppelglas-Solarmodulen sind Solarzellen zwischen zwei Glasscheiben eingelötet – und nicht zwischen Glas und einer Folie, wie bei gewöhnlichen Anlagen. Somit seien die Zellen eines Doppelglas-Moduls robuster. Rund 50 Jahre betrage die Lebensdauer eines solchen Moduls, erklärt Gisler. Die Module der Swiss PV kann man sich als Art Baustein vorstellen: Sie werden nicht auf Dach oder Fassade montiert, sondern ersetzen sie. Die Solaranlage ist also in das Gebäude integriert. Solche eine Fassade koste etwa 10 Prozent mehr als eine normale Fassade, so Gisler. Die Bausteine würden das Geld aber wieder einbringen, da sie Strom für den Haushalt produzieren.

Einzelstücke ab Laufband

Rund 600 Bausteine gehen pro Tag über das Fliessband in der Produktionshalle. Fast der gesamte Ablauf ist automatisiert. Eine Maschine lädt die erste Glasplatte auf das Fliessband, danach werden Solarzellen auf das Glas gelötet, die zweite Glasscheibe darauf gelegt und das ganze Modul laminiert. Dabei erkennen die Maschinen von selbst, welcher Baustein in welcher Grösse bestellt wurde und schneiden ihn entsprechend zu. «Andere reden noch von Industrie 4.0 – hier leben wir sie bereits», so der Geschäftsführer.

Zum Schluss erhalten die Module noch einen speziellen Anstrich – wie genau dieser Schritt abläuft, ist ein Firmengeheimnis. Die Bausteine gibt es in über 200 Farben. Von grau über gelb bis gold. So würden individuelle Produkte entstehen – trotz Massenproduktion, erklärt Gisler.
«Bei uns bestellen Stararchitekten aus der ganzen Welt.» Erst diese Woche sei ein Kunde aus dem Silicon Valley zu Besuch gewesen, so Gisler. Man arbeite auch an Projekten in Brasilien oder den Emiraten. Es sei zwar schon ein grosser Aufwand, Produkte, Material und Produktionsprozesse immer selbst zu entwickeln, erklärt Gisler. Auch arbeite man laufend an neuen Farben und Oberflächen. «Aber dieser Aufwand lohnt sich».

Innovationspreis für Solarfabrik

Die Solarfabrik Swiss PV aus Deitingen erhielt den diesjährigen Innovationspreis der Idée Suisse für ihre besonderen Doppelglas-Solarmodule.