Sozialhilfe
In Eppenberg-Wöschnau kämpfen am meisten Menschen gegen die Armut

In der heute publizierten Sozialhilfestatistik des Kantons sticht eine Gemeinde obenaus: Eppenberg-Wöschnau. In keinem anderen Ort gibt es mehr Sozialhilfebezüger als im 300-Seelen-Dorf vor den Toren Aaraus. Doch die Rechnung hat einen kleinen Haken.

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Eppenberg-Wöschnau, im Bild Eppenberg

Eppenberg-Wöschnau, im Bild Eppenberg

AZ

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat heute die Sozialhilfestatistik 2010 des Kantons Solothurn publiziert. Im Jahr 2010 wurden 7'925 oder 3,1 Prozent der Solothurner Bevölkerung mit Sozialhilfe unterstützt. Diese ausführliche Statistik offenbart schamlos die Sozialhilfedaten von drei Jahren, sortiert nach Beruf, Geschlecht, Ausbildung und auch Gemeinde.

Vororte armutsgefährdet

Es zeigt sich: Die Aarauer Vorortgemeinde auf Solothurner Boden, Eppenberg-Wöschnau, schwingt obenaus. Genau acht Prozent der Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde bezogen 2010 Sozialhilfe. Zwei Jahre zuvor war das 300-Seelen-Dorf noch gänzlich sozialbezügerfrei.

Genau hier stellt sich die Frage: Wie repräsentativ ist die Auswertung in den Gemeinden, wenn 25 aus 312 Personen Sozialhilfe beziehen? Ein ähnlicher Fall ist Rohr. Dort beziehen absolut ausgedrückt sechs Personen Sozialhilfe. Hat die Gemeinde aber nur 92 Einwohner, weist die Statistik den hohen Prozentwert von 6,5 Prozent aus.

Nicht besser, aber repräsentativer sieht die Situation in Trimbach - ebenfalls eine Vorortsgemeinde - aus. Dort bezogen 457 Personen von 6176 Einwohnern Sozialhilfe, das sind 7,4 Prozent. Vorortsgemeinden sind klassischerweise Orte, wo mehr Sozialhilfe bezogen wird. Diese Annahme stützen die Zahlen aus Zuchwil, Bellach, Derendingen, wo jeder zwanzigste Einwohner vom Staat lebt. Weitere Hot Spots sind die Industriestädte selbst: Grenchen (5,4 Prozent) und Olten (6,4 Prozent) liegen ebenfalls im oberen Teil der Statistik. Die Stadt Solothurn hingegen liegt mit 3,8 Prozent eher tiefer.

Sozialhilfefrei lebt's sich auf dem Land

Am anderen Ende der Statistik stehen Gemeinden aus den ländlichen Gemeinden wie dem Bucheggberg und dem Thal. So haben Herbetswil, Biezwil, Brügglen, Küttigkofen, Gempen, Hauenstein-Ifenthal, Hersiwil, Hüniken, Balm sowie Kammersrohr überhaupt keine Sozialhilfebezüger in der Gemeinde. Anzumerken bleibt allerdings, dass diesen Orte grösstenteils weniger als 300 Personen leben. Kammersrohr ist mit 40 Einwohnern gar die kleinste Gemeinde des Kantons. (san)