Jungunternehmer brauchen nicht nur eine eigene Geschäftsidee, sondern auch eine gewisse Infrastruktur. Hier setzt das Gründerzentrum Kanton Solothurn an und bietet sogenannte CoworkingArbeitsplätze an, wie Thomas Heimann, Leiter des Zentrums, erklärt. «Gerade in der Gründungsphase zur Selbstständigkeit eines Unternehmens ist ein eigener Büro- oder Industriearbeitsplatz – losgelöst von ‹zu Hause› – unabdingbar und wichtig.»

Unter dem Patronat des Gründerzentrums sind im Saiag-Gebäude auf dem ehemaligen Scintilla-Areal neu renovierte Räumlichkeiten für Büro- und Industriearbeitsplätze durch die Sauser Immobilien AG (Saiag) bereitgestellt worden. Es stünden rund zehn Büroarbeitsplätze und mehrere Räume für industrielle Tätigkeiten zur Verfügung. Diese könnten einzeln oder auch in Kombination gemietet werden.

Nachfrage ist vorhanden

Das Bedürfnis dafür ist vorhanden, wie Heimann aufgrund seiner Beratertätigkeit beim Gründerzentrum berichtet. Insbesondere Kleinstunternehmen suchten nach dem Start zu Hause einen ersten externen Arbeitsplatz, weil ein gutes Netzwerk und eine optimale Einbindung wichtig seien. «Im Rahmen der begrenzt verfügbaren Mittel bei Jungfirmen bieten solche Coworking-Arbeitsplätze eine gute Möglichkeit, die Startphase erfolgreich zu meistern.» Heimann nennt als Vorteile den Netzwerk-Austausch unter Gleichgesinnten, aber auch das Führen einer gemeinsamen Infrastrukturplattform für die IT, Telefonservice, Konferenzraum oder Verpflegung.

Bereits erste Erfahrungen mit Coworking-Arbeitsplätzen sammelte der Verein «Coworking Loreto», der seit Anfang 2015 in der ehemaligen Loreto-Schraubenfabrik an der Florastrasse in Solothurn mietbare Arbeitsplätze anbietet. «Wir bieten elf Arbeitsplätze an, davon sind aktuell deren neun vermietet», erklärt Andreas Renggli, Initiant und Co-Leiter von Coworking Space. Damit habe man das Ziel einer Auslastung von mindestens 80% erreicht.

Eine Vollvermietung werde nicht angestrebt. «Wir verfolgen das Ziel, äusserst flexibel auf die Bedürfnisse potenzieller Coworker reagieren zu können und jederzeit temporäre Arbeitsplätze im Angebot zu haben.» Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsplätzen nehme zu. In Solothurn habe man bereits Interessenten abweisen müssen.

Mietzinsreduktion möglich

Zurück in Zuchwil. Jungunternehmer, die sich für die Miete eines Arbeitsplatzes im «Business Center 212» der Sauser Immobilien AG entscheiden, könnten von einer Anstossfinanzierung durch das Gründerzentrum profitieren, erklärt Heimann weiter. Die Hilfe erfolgt in Form einer Mietzinsreduktion für maximal zwölf Monate. «Bedingung ist das Vorliegen eines Businessplanes sowie ein Coaching durch das Gründerzentrum.» Die fixe Vermietung der Arbeitsplätze erfolge durch die Saiag, das Gründerzentrum als fachlicher Ansprechpartner berate und begleite das Unternehmen.

Im Gegensatz zum Gründerzentrum bietet das Coworking Loreto neben fix vermieteten Einzelarbeitsplätzen auch deren teilweise Vermietung an, zum Beispiel an einem oder zwei Tagen pro Woche. Das flexible Angebot richte sich an Personen, die damit beispielsweise einen Pendeltag nach Zürich verhindern können oder für Personen, die neben Teilzeitstelle, Familie oder Weiterbildung ein Start-up aufbauen wollen, erklärt Co-Leiter Andreas Renggli. Die monatlichen Mietzinse bei Saiag und Loreto sind wegen unterschiedlicher Leistungen nicht direkt vergleichbar.