Eine Übersicht
In diesen Solothurner Gemeinden werden trotz Corona Adventsfenster geschmückt – und hier wird verzichtet

Aufgrund von Corona wurden in diesem Jahr bereits verschiedene Anlässe abgesagt. Wie steht es um die Adventsfenster? In einigen Gemeinden wird wie in anderen Jahren geschmückt, andere verzichten aus Sicherheitsgründen ganz. Hier finden Sie eine Übersicht.

Laura Hofmann
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Das Adventsfenster der Feuerwehr beider Gerlafingen im Jahr 2017.

Das Adventsfenster der Feuerwehr beider Gerlafingen im Jahr 2017.

zvg

In vielen Gemeinden ist die Adventsfensteraktion bereits Tradition. Vom 1. Dezember bis zum 24. Dezember wird jeden Tag ein neues Fenster im Dorf eröffnet, welches von den Bewohnern oder einer Organisation dekoriert wurde. Bei der Eröffnung eines Fensters kommen die Einwohner und Einwohnerinnen zusammen und es gibt beispielsweise noch einen Umtrunk oder etwas zu Essen. In Zeiten von Corona wird die Tradition jedoch anders oder sogar gar nicht durchgeführt.

In diesen Gemeinden soll es doch noch ein bisschen Weihnachtszauber geben:

Balsthal

In der Gemeinde Balsthal soll ein bisschen Normalität im Dorfleben erhalten bleiben. Daher wird es auch Adventsfenster geben, wie die Gemeinde mitteilt. Es werde jedoch keine offizielle Enthüllung der Fenster geben, sowie keine Darbietungen und Apéros.

Biberist

Der Familienclub Biberist / Lohn-Ammannsegg führt auch in Zeiten von Corona die Adventsfenster-Aktion durch, jedoch ohne die Apéros. Einerseits wolle man durch die Aktion das Dorf in der Adventszeit verschönern und Licht in die dunkle Jahreszeit bringen. Andererseits möchte man die Biberister Bevölkerung zu einem Abend-Spaziergang motivieren, wie der Internetseite des Familienclubs zu entnehmen ist. In Biberist wird es in diesem Jahr nicht nur die Adventsfenster geben, sondern auch noch einen Wettbewerb. In jedem Fenster wird ein Buchstaben angebracht. Alle Buchstaben in der Reihenfolge der Fenster ergeben einen Lösungssatz. Unter allen richtigen Einsendungen wird ein Gutschein des Gewerbevereins Biberist im Wert von 100 Franken verlost.

Adventsfenster in Biberist von der Spielgruppe Heubuerzli. (Archivbild) Adventsfenster Kanton Solothurn 2017: Spielgruppe Heubuerzli aus Biberist. Fotografiert von Reinhard Furter

Adventsfenster in Biberist von der Spielgruppe Heubuerzli. (Archivbild) Adventsfenster Kanton Solothurn 2017: Spielgruppe Heubuerzli aus Biberist. Fotografiert von Reinhard Furter

zvg

Derendingen

24 Familien, Institutionen und Firmen beteiligen sich an der Adventsfensteraktion, wie es auf der Internetseite der Frauengemeinschaft Derendingen heisst. Die spezielle Situation rund um das Coronavirus werde bei der Eröffnung der einzelnen Fenster berücksichtigt. Eine Ansammlung von Personen werde nicht möglich sein. Corona soll eine stimmungsvolle Adventszeit in Derendingen nicht verderben.

Gerlafingen

Die diesjährige Gerlafinger Adventstrasse präsentiert sich als «Stille Adventsstrasse». Die Fenster werden wie in den vorderen Jahren eröffnet, jedoch ohne Publikum und geselligem Rahmenprogramm. Auch in Gerlafingen haben sich die Organisationen einen Wettbewerb ausgedacht.

Kappel

Vom 1. bis 24. Dezember öffnet sich auch in Kappel jeden Tag ein neues Fenster. Die Adventsfenster in Kappel waren schon immer mit Begegnungen verbunden, weil dies wichtig sei, wie Eveline Schärli des Elternvereins Kappel mitteilt. «Ohne Hektik, gemütlich zusammen sein, Zeit haben füreinander. Genau das fehlt uns sehr im Moment. Viele Leute werden auch depressiv.» Aus diesem Grund soll es auch in der aktuellen Lage möglich sein, dass man sich begegnen könne, halt mit Abstand und Maske. «Praktisch alle Veranstaltungen finden draussen statt», so Schärli weiter. Zudem werden die Getränke beispielsweise nur von den Gastgebern ausgeschenkt. Nicht alle Daten bis zum 24. Dezember konnten besetzt werden. Trotzdem war klar, dass die Aktion auch mit wenigen Teilnehmenden durchgeführt werde.

Kestenholz

«Die Adventsfenster sind gar nicht mehr von der Gemeinde wegzudenken», so Marianne Zünd von der Frauengruppe Rägeboge, welche jeweils die Aktion organisieren. «Ich mache das nun seit bereits 30 Jahren. Das ist schon wie ein Lebenswerk». Insgesamt werden 24 Fenster dekoriert, von welchen jeden Tag ein neues beleuchtet wird. Heuer können jedoch keine Feuer gemacht oder Tees angeboten werden, da Menschenansammlungen vermieden werden sollen. «Es gab Leute, die dies bedauern. Die einen haben sich jedoch überlegt, eine Kanne oder etwas Gebackenes hinaus zu stellen», so Zünd. Aufgrund des Virus wurde zudem festgestellt, dass die Anmeldungen schneller zusammen waren. «Das liegt vielleicht daher, dass sich einige in der Quarantäne befinden oder nicht arbeiten können», meint Zünd am Schluss.

Langendorf

Ein Adventsfenster aus dem Jahr 2018 in Langendorf.

Ein Adventsfenster aus dem Jahr 2018 in Langendorf.

zvg

In Langendorf sorgen 24 besondere Fenster für Licht und besinnliche Momente im Ort, besonders in diesem Jahr, wie dem Inserat im Anzeiger zu entnehmen ist. Auf die Eröffnungsanlässe bei den einzelnen Fenstern werde jedoch verzichtet.

Lostorf

In Lostorf wird der sogenannt Adventskalenderweg durchgeführt, wie die Gemeinde Lostorf bestätigt. Bei verschiedenen Privatpersonen und öffentlichen Gebäuden wird ein Fenster dekoriert, welches anschliessend von der Öffentlichkeit bestaunt werden kann. Aufgrund von Corona können die einzelnen Haushalte jedoch nicht besucht werden.

Mümliswil-Ramiswil

Die Kulturkommission Mümliswil organisiert auch in dieser schwierigen Zeit die Adventsfenster für die Gemeinden Mümliswil und Ramiswil. Erst zum zweiten Mal werden die Fenster in beiden Gemeinden zusammen gemacht, wie Anita Gisler, Vizepräsidentin der Kulturkommission, mitteilt. «Wir haben immer veröffentlicht, wenn es bei einem Fenster Punch gibt oder ein Bräteln stattfindet. Auch die Schulen haben jeweils Spielabende angeboten oder Musikdarbietungen fanden statt. Aufgrund von Corona wird es das in diesem Jahr nicht geben», so Gisler. Da die Fenster jeweils gut besucht werden, müsse in Mümliswil sowieso nicht unbedingt eine Eröffnung gemacht werden.

Zu seinem 30-jährigen Bestehen stellt die Firma Glaeser AG einen Riesen-Adventskalender auf den Lindenplatz.

So hat ein Adventsfenster in Mümliswil 2015 ausgesehen. (Archivbild)

So hat ein Adventsfenster in Mümliswil 2015 ausgesehen. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Oberdorf

In der Gemeinde Oberdorf gibt es in diesem Jahr nicht die traditionellen Adventsfenster, die bei Privatpersonen zu sehen sind. Bei einem Fenster der Kächschür wird der Bevölkerung jedoch ab dem 1. Dezember bis zum 24. Dezember jeden Tag eine Überraschung präsentiert.

Recherswil

Wie bereits in den vorderen Jahren wird die Adventsfenster-Aktion in Recherswil von Madeleine Lüdi und Irène Iten organisiert. «Am 1. Dezember werden gerade alle 31. Fenster beleuchtet», teilt Iten mit. «Da alle Fenster gleichzeitig leuchten, können Menschenansammlungen vermieden werden, weil sich nicht alle zur gleichen Zeit beim gleichen Fenster befinden». Zudem werde es auch keinen Umtrunk geben. Für die beiden Organisatorinnen war klar: Gar nichts machen, kommt nicht in Frage. «Gerade in dieser Zeit ist es wichtig ein bisschen rauszugehen», so Iten.

Rüttenen

Adventsfenster Nr. 5 in Rüttenen im Jahr 2018. (Archivbild)

Adventsfenster Nr. 5 in Rüttenen im Jahr 2018. (Archivbild)

Leserfoto/Nadia Wullschleger

Wie der Website der Gemeinde zu entnehmen ist, will sie besonders in dieser schwierigen Zeit etwas Licht in die Adventszeit bringen. Daher werden die Adventsfenster auch in diesem Jahr stattfinden, einfach ohne Tee.

Oensingen

Wenn eine Tasse beim Fenster zu finden war, konnte man beim entsprechenden Haus klingeln und wurde drinnen empfangen. «In diesem Jahr sollte man keine offenen Türen machen und Leute hereinbitten», so Alois Theiler, welcher die Adventsfenster organisiert. Da es keine Menschenansammlungen geben soll, werde auch keine offizielle Zeit angegeben. «Man soll sich jedoch durch einen Spaziergang an den einzelnen Dekorationen erfreuen können», so Theiler weiter.

Zuchwil

In der Gemeinde Zuchwil gibt es nicht nur eine, sondern zwei Adventsfenster-Aktionen. Einerseits im Unterfeld und andererseits im Quartier Birchi. Die Interessengemeinschaft Unterfeld (IGU), der Organisator von einer der Aktionen, will damit ein wenig Normalität erhalten. «Wir haben uns jedoch entschieden, keine Besuche, beziehungsweise offene Türen anzubieten», so Ina Zenker von der IGU. «Ein paar Haushalte möchten trotzdem draussen ein gemütliches Beisammensein organisieren». Dabei müssen jedoch die Vorgaben von BAG beachtet werden und die Haushalte übernehmen die Verantwortung selbst.

Winznau

In der Gemeinde Winznau wird es im Dezember Verschiedenes zu sehen geben. Am 1. Advent wird, wie im letzten Jahr, die Giessenbrücke beleuchtet. Anschliessend ab dem 1. Dezember werden verschiedene Fenster oder sogar Felder zur Attraktion. «Wir machen etwas Grösseres in der Mitte eines Feldes», so Manfred Guldimann vom Feuerwehrverein. Wie der Landfrauenverein, welcher die Aktion plant, mitteilt, werde es auch wie in normalen Jahren etwas zu trinken geben bei einzelnen Fenstern.

In diesen Gemeinden ist die Adventsfenster-Aktion abgesagt:

Aeschi

Die Organisation der Adventsfenster passierte in Aeschi immer auf privater Ebene. Da es jedoch immer schwieriger wurde, jeden Tag ein Fenster zu besetzen und die Leute zu motivieren, hat die Umwelt-, Sport- und Kulturkommission (USK) im Herbst eine traurige Nachricht erhalten. Der Organisatoren der vorderen Jahre hat sich dazu entschlossen, die Planung abzugeben. Weil die Suche nach einem Nachfolger erfolglos blieb, werde die Adventsfenster-Aktion in diesem Jahr abgesagt. «Ich bin überzeugt, dass die Fenster nach einer Erholungsphase wieder durchgeführt werden, mit neuen Leuten aus der nächsten Generation mit Kleinkindern», so Leo Hollenstein von der USK.

Grenchen

Adventsfenster der Stiftung Rodania vor zwei Jahren.

Adventsfenster der Stiftung Rodania vor zwei Jahren.

Hanspeter Bärtschi

In Grenchen wird die Adventsfenster-Aktion aufgrund von Covid-19 abgesagt. «In der aktuellen Situation kann ich nicht gewährleisten, dass nichts passiert», wie Edith Mettler, Organisatorin der Aktion, mitteilt. Das Risiko sowie auch der Aufwand seien einfach zu gross. Es gebe jedoch trotzdem Haushalte oder Organisationen, die den Garten oder die Fenster für sich selber dekorieren. So mache auch die Stadt Grenchen ein Fenster, damit in dieser Zeit trotzdem «noch etwas Schönes für das Herz» vorhanden sei, wie die Gemeinde mitteilt.

Hägendorf

Die Kulturkommission organisiert normalerweise die Adventsfenster und nimmt mit den Anwohnern Kontakt auf. Aufgrund von Corona wird in diesem Jahr jedoch auf die Aktion verzichtet.

Kriegstetten

Das Coronavirus macht auch der Kriegstetter Bevölkerung einen Strich durch die Rechnung. Denn das Organisationskomitee der Adventsfenster und der Gemeinderat waren sich rasch einig, dass die Aktion aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden könne, wie Margrit Jaggi, Leiterin der Gemeindekanzlei, mitteilt. Das Adventsfenster sei ein sehr traditioneller Anlass, welcher sehr beliebt sei und daher auch viele Teilnehmer (jung und alt) habe. «Jeden Tag im Dezember wird eine Familie besucht. Sinn der Veranstaltung ist nebst dem die Geselligkeit. Es gab jeweils ein Buffet mit Glühwein, Tee und Selbstgebackenem», so Jaggi. In Zeiten von Corona wäre es nicht sinnvoll, dies durchzuführen. Daher habe man sich entschieden, auf den geselligen Anlass zu verzichten.

Laupersdorf

In der Gemeinde ist seit einiger Zeit bekannt, dass die Aktion «Adventsfenster in Laupersdorf» nicht durchgeführt wird. Dies jedoch nicht aufgrund von Corona. Der Organisator, der Verein Familieträff, habe festgestellt, dass man jeweils grosse Mühe hatte, möglichst viele Fenster zu besetzen.