Jodlerverband

In der Tracht kamen sie zur Versammlung

Der Vorstand (v.l.): Bruno Vaterlaus, Dany Brändli, Silvia Meister, Thomas P. von Arx, Hansruedi Zihlmann, Robert Füglistaller, Karin Ramseyer, Patrik Noser.

Der Vorstand (v.l.): Bruno Vaterlaus, Dany Brändli, Silvia Meister, Thomas P. von Arx, Hansruedi Zihlmann, Robert Füglistaller, Karin Ramseyer, Patrik Noser.

Die Delegierten des Nordwestschweizerischer Jodlerverbandes haben sich im aargauischen Gebenstorf zur 80. Delegiertenversammlung getroffen. Singen, fröhliches Beisammensein und Pflegen der Kameradschaft standen dabei im Vordergrund.

Rund 500 Jodlerinnen und Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger, allesamt in der Tracht, strömten am Samstagnachmittag in die Mehrzweckhalle Brühl im aargauischen Gebenstorf.

Eigentlich war es die 80. Delegiertenversammlung des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands (NWSJV), und die 14 Traktanden wurden seriös abgehandelt. Doch wichtiger scheint den Jodlerinnen und Jodlern, den Fahnenschwingern und Alphornbläsern, das fröhliche, friedliche Beisammensein, das Singen und Jutzen, die Pflege der Kameradschaft.

Organisiert hatte den Anlass der JK Horn Gebenstorf unter der Leitung des OK-Präsidenten Leo Imboden. Er meinte im Willkommensgruss, die Gemeinde Gebenstorf, das Wasserschloss der Schweiz, wo Limmat und Reuss in die Aare und dann zusammen in den Rhein fliessen, habe für ihn eine symbolische Bedeutung für den Verband: Im NWSJV würden verschiedene Branchen des Schweizer Brauchtums gepflegt, es herrschten verschiedene Meinungen, die diskutiert würden, und zuletzt habe man sich immer zusammenfinden können.

Dorfvereine helfen

Um die 500 Personen fanden sich am Samstagnachmittag ein in der fabelhaften neuen MZH Brühl. «Es wird für uns immer schwieriger, Gebäulichkeiten zu finden, wo wir genug Platz haben», sagt Verbandspräsidentin Silvia Meister-Bader. «Denn abends für die Veteranenehrung kommen um die 700 Personen zusammen.» Bis jetzt hätten sich jährlich Klubs gemeldet, welche diesen Grossanlass durchführen wollten, der im Turnus in den Kantonen Aargau, Baselland, Basel-Stadt und Solothurn stattfindet. Rund 150 Helferinnen und Helfer sind jeweils nötig. Leo Imboden hält fest, dass man immer noch das Glück habe, auf die Dorfvereine zurückzugreifen sowie auf Freunde und Bekannte des JK Horn.

Der zeitliche Aufwand für den OK-Präsidenten betrage rund 50 Stunden, sagen Leo Imboden und Jörg Pongratz, der die Versammlung letztes Jahr mit dem Jodlerchörli Deitingen organisierte. Ressortchefs kämen allerdings auf 80 bis 100 Stunden, so etwa die Person, die Sponsoren sucht, der Wirtschaftschef, der für die aufwendigen Reservationen zuständig ist, oder der Verantwortliche für den Verkehrs- und Parkdienst. Angesichts der über 1000 Mahlzeiten, die ausgegeben werden, greifen die Organisatoren auf Cateringunternehmen. Die OK-Präsidenten sind sich einig, dass am Ende, vor allem dank den Sponsoren, ein «rechter» Batzen in die Vereinskasse fliesst. «Aber», geben sie zu bedenken, «es ist hart verdientes Geld.»

«Fühle mich bei euch wohler»

An den Delegiertenversammlungen nimmt die gesamte Prominenz der Branche Brauchtum Schweiz teil. Es ist Ehrensache, dass die Vereine sich untereinander besuchen. Auch Behördenmitglieder sind jeweils gut vertreten; sie werden vom Vorstand NWSJV eingeladen.

So sprachen in Gebenstorf Vizeammann Renate Meier und Regierungsrat Alex Hürzeler zu den Anwesenden. Beide waren überwältigt vom Anblick eines Saals voller Trachtenleute und von der Bodenständigkeit des Anlasses. «Ich darf Ihnen verraten», hielt Alex Hürzeler fest, «dass ich mich bei euch wohler fühle als an vielen anderen Anlässen, die ich besuche, besuchen muss.» Die DV 2016 findet in Lausen BL statt, wo es unmöglich war, während der Fasnachtszeit eine geeignete Lokalität zu finden. So findet sie nicht wie üblich am dritten Samstag des Monats Februar, sondern am 5. März 2016 statt.

Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Kassier Heiko Steiner, Liesberg Dorf; Nachfolger ist Robert Füglistaller, Rudolfstetten. Ebenfalls gab die Kursverantwortliche Helga Schmid, Hunzenschwil, ihr Amt ab und wird ersetzt durch Hansruedi Zihlmann, Reitnau. Diese beiden wurden zusammen mit Peter Baumann, Laupersdorf, der sich seit Jahrzehnten fürs Alphorn einsetzt, zu Freimitgliedern ernannt.

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