Solothurner Mädchenwoche
In der Mädchenwoche werden neue Leidenschaften entdeckt

In verschiedenen Kursen können die Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren ganz neue Erfahrungen sammeln. Sei es beim Backen von Muffins, Hip-Hop-Tanzen oder Theaterspielen.

Philipp Eng
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Mit Kantonsschülerin und Schauspielerin des «Jungen Theaters Solothurn», Luisa Schertenleib, lässt sich die Kunst des Theaters einstudieren
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Die Theatergruppe stellt einen Reiter szenisch dar.
Schauspielern sollte nichts peinlich sein
Tanz- und Theaterworkhop in Solothurner Mädchenwoche
Theaterworkshop
Theaterworkshop
Mit Julia Lüthi wird im Tanzworkshop die Choreografie einstudiert.
Die Mädchen geben Vollgas
Der Spiegel hilft

Mit Kantonsschülerin und Schauspielerin des «Jungen Theaters Solothurn», Luisa Schertenleib, lässt sich die Kunst des Theaters einstudieren

Philipp Eng

Engagierte Mädchen, junge Frauen und kreativ abwechslungsreiche Workshops. So kann die alljährige Mädchenwoche charakterisiert werden. Stefanie Wyss, die Hauptverantwortliche der Kinder- und Jugendförderung, hat gemeinsam mit dem Organisationskomitee 25 Workshops zusammengestellt und junge Frauen gefunden, welche diese Kurse leiten. Im Angebot sind Workshops wie beispielsweise Theater, Fotografie oder Yoga.

Wyss erzählt, das Ziel der Mädchenwoche sei, ein sinnvolles und vielfältiges Ferienprogramm zu gestalten und den Mädchen verschiedene Hobbys näherzubringen. Durch die jungen Leiterinnen soll den Mädchen auch eine Art Vorbild vermittelt werden. «Grundsätzlich sollen die Mädchen aber vor allem Spass haben», sagt Wyss. Ausserdem erwähnt sie, sei es auch für die Leiterinnen eine gute Möglichkeit, ihr Wissen und ihr Können anzuwenden und an junge motivierte Frauen weiterzugeben.

Tanzen bedeutet Emotionen

Ganz nach dem Motto «Gefühlsausdruck durchs Tanzen» coacht Julia Lüthi, Tanzlehrerin an der Dance Art Academy Balsthal, die 11 Mädchen und führt sie in die Kunst des Hip-Hop-Tanzes ein. Geprobt wird unter der reformierten Kirche Solothurn. Die meisten haben bereits Erfahrungen mit dem Tanzen in Gruppen und dies fällt beim Proben auch auf. Kompetent, ausdrucksstark und feinfühlig unterrichtet die 20-Jährige die Mädchen, selbst wenn recht grosse Erfahrungsunterschiede bemerkbar sind.

Doch auch diese Hürde meistert die bereits erfahrene Tanzlehrerin locker. Die Mädchen wurden aufgefordert, verschiedene Emotionen aufzuschreiben, welche dann mit den Bewegungen ausgedrückt werden müssen. Von den unerfahrenen Tänzerinnen erwartet Lüthi anschliessend, sich beispielsweise glücklich, traurig oder verrückt aufgedreht zu passender Musik zu bewegen.

Dadurch erhalten die Mädchen das Gefühl für die Musik, lernen, ihre Gefühle durch Bewegungen auszudrücken und erlernen die Fähigkeit, die Musik zu leben und sich nicht einfach unkontrolliert zu bewegen. Beim Freestyletanzen will Lüthi sogar, dass die Mädchen völlig ausflippen und sich gehen lassen. Somit soll auch die Scheu abgebaut werden, ihren Körper vor einem Publikum ungehemmt zu bewegen.

Theater ist Gewohnheitssache

Mit Kantonsschülerin und Schauspielerin des «Jungen Theaters Solothurn», Luisa Schertenleib, lässt sich die Kunst des Theaters einstudieren. «Teamgeist und keine Scheu, sich auch mal zum Affen zu machen, sind das A und O auf der Bühne», so Schertenleib. Auf spielerische Art lässt sie absichtlich «kindische und ein wenig peinliche Spiele durchführen, um einerseits die Distanz in der Gruppe abzubauen und andererseits die Scham zu verlieren, in komischen Posen und mit ulkigen Bewegungen vor einem Publikum aufzutreten.»

Die Hemmungslosigkeit, wie auch die Improvisationskunst ist bei den Mädchen sehr unterschiedlich ausgeprägt. «Andere Übungen sollen dabei mithelfen», so erklärt die 17-Jährige, «die Spontaneität und Improvisationsfähigkeit zu trainieren.» So zum Beispiel kleine Spiele, bei welchen die jeweils Nächste in der Reihe einen Satz zur bestehenden Geschichte ergänzen soll. Einen Sinn muss und soll die Geschichte letzten Endes nicht ergeben.

Am letzten Abend wird im Kofmehl präsentiert, was die 130 Mädchen in der Woche erarbeitet und geleistet haben. Julia Lüthi studiert mit ihrer Tanzgruppe eine Choreografie ein, welche die Frauen dann zum Besten geben. Luisa Schertenleibs Theatergruppe wird ein noch nicht bestimmtes Thema mit Theaterelementen szenisch darstellen.