Impfkampagne
Von wegen tiefe Impfquote: Rund 80 Prozent des Personals der soH ist geimpft

Die Impfquote in den Spitälern der Solothurner Spitäler AG (soH) ist überraschend hoch. Rund 80 Prozent der Angestellten sind mittlerweile geimpft. Das sind viel mehr, als die soH im Herbst erwartete.

Rebekka Balzarini
Merken
Drucken
Teilen
Bei den soH-Ärztinnen und Ärzte beträgt die Impfquote je nach Abteilung gar über 90 Prozent.

Bei den soH-Ärztinnen und Ärzte beträgt die Impfquote je nach Abteilung gar über 90 Prozent.

Dominik Wunderli

Eine Impfquote von über 80 Prozent – das hatte die Solothurner Spitäler AG (soH) nicht erwartet. Im vergangenen Herbst hatte das Unternehmen bei den Angestellten eine Umfrage durchgeführt, um zu erfahren, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich gegen Covid-19 impfen lassen. Anhand der Rückmeldungen ging die soH davon aus, dass sich rund die Hälfte der Mitarbeitenden impfen lassen wird.

Zwei Krankheitswellen später sieht die Lage anders aus, wie die soH in einer Mitteilung schreibt. Von den Pflegekräften, die in den vergangenen Monaten auf den Notfall-, den Intensiv- und den Covid-Stationen gearbeitet haben, sind bis zu 88 Prozent geimpft, bei den Ärztinnen und Ärzten sind es je nach Abteilung bis zu 92 Prozent. In den anderen Berufskategorien, etwa bei den Mitarbeitenden in der Administration, haben sich bis zu 70 Prozent impfen lassen. Die Quote bezieht sich auf die Mitarbeitenden, die sich in den soH-internen Impfzentren haben impfen lassen. Es ist also möglich, dass sich noch mehr Mitarbeitende den Piks geholt haben.

Informationskampagne statt Druck

«Die hohe Impfquote übertrifft die Schätzungen der soH-Führung deutlich», heisst es in der Mitteilung weiter. Nachdem im Herbst nur rund die Hälfte des Personals angegeben hatte, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, startete die soH im Januar eine Informationskampagne für die Mitarbeitenden. «Die aktuellen Zahlen zeigen jetzt, dass das anvisierte Ziel deutlich übertroffen wurde», so die soH.

«Wir haben nach der Umfrage die kritischen Punkte herausgenommen und versucht, Fragen zu beantworten und Bedenken aufzufangen», erklärt Oliver Schneider, Leiter Marketing und Kommunikation der soH, auf Anfrage. Für die Mitarbeitenden habe man Informationsveranstaltungen durchgeführt, an denen die Infektiologen des Spitals über die Wirkung der Impfung und allfällige Impfreaktionen informiert hätten. Ausserdem erhielt das Personal eine Informationsbroschüre per Post nach Hause geschickt, und im Intranet informierte das Unternehmen unter anderem mit Videos über die Covid-19-Impfung. «Impfzwang gab es aber keinen», so Schneider. «Wir wollten informieren, aber niemanden zwingen.»

Zum nachschauen: Der Experten-Talk des Kantons Solothurn

Infektiologe Matthias Hoffmann von der soH und Markus Jenal vom fachstab Pandemie beantowrten Fragen zum Impfen.

Kanton Solothurn

Entsprechend habe sich die Zahl der Mitarbeitenden, die sich für eine Impfung entschieden haben, auch Schritt für Schritt erhöht, erklärt Schneider. Man habe sich bei der Verteilung der Impfstoffe an die Vorgaben gehalten und zuerst diejenigen geimpft, die einem besonderen Risiko ausgesetzt gewesen seien.

Die hohe Impfquote beim Spitalpersonal ist auch für das kantonale Gesundheitsamt eine erfreuliche Nachricht. Einige Elemente der Informationskampagne führte der Kanton Solothurn gemeinsam mit der soH durch, um auch die restliche Bevölkerung über die Covid-19-Impfung zu informieren. Unter anderem einen Experten-Chat mit dem Infektiologen Matthias Hoffmann, der im Kantonsspital in Olten arbeitet.

Enge Zusammenarbeit mit dem Kanton

«Solche Kooperationen sind immens wichtig, weil wir dadurch noch mehr Menschen erreichen können», heisst es vom Fachstab Pandemie. Die geglückte Kampagne der soH auf die Gesamtbevölkerung auszuweiten, sei jedoch nicht möglich: «Eine interne Informationskampagne lässt sich nicht direkt mit einer für die breite Bevölkerung vergleichen.»

Wie in der ganzen Schweiz sind die Impftermine im Kanton Solothurn nicht mehr so gefragt wie im Frühling. Bis Ende Juli werden 60 Prozent der Bevölkerung im Kanton eine zweite Impfdosis erhalten haben. Um eine hohe, vierte Welle zu verhindern, muss die Impfbereitschaft weiter erhöht werden. Im Kanton seien dann auch Massnahmen in Planung, um bestimmte Zielgruppen besser erreichen und informieren zu können, heisst es vom Fachstab Pandemie. Unter anderem gab der Fachstab Pandemie im Frühling bekannt, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Social-Media-Kampagne informiert werden sollen.