Impfkampagne
Dieser Lauf ist ein Marathon

Der Kanton macht Fortschritte in seiner Impfkampagne. Doch es wird noch Monate dauern, bis alle Impfwilligen ihre Dosen erhalten haben werden.

Balz Bruder
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Künftig soll auch in Arztpraxen geimpft werden.

Künftig soll auch in Arztpraxen geimpft werden.

Dominik Wunderli

Das sind erfreuliche Nachrichten: Es geht voran beim Impfen. Jedenfalls findet der Kanton, die Kampagne sei gut unterwegs. In der Tat ist es ein gutes Zeichen, dass sie nun auch für 65- bis 74-Jährige geöffnet werden kann. Und auch, dass Hausarztpraxen eingebunden werden, ist ausserordentlich zu begrüssen.

Das Unerfreuliche daran: Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist nach wie vor sehr eingeschränkt. Das ist kein Solothurner Problem, sondern eines, das sich schweizweit zeigt. Denn der Bund führt mit den Impfwilligen und den Kantonen, welche die Kampagne durchzuführen haben, einen Slalomlauf durch, der seinesgleichen sucht.

Umso wichtiger ist es, dass die Impfstrategie erstens sauber unter die Leute gebracht und zweitens nach den Regeln durchgeführt wird. Auch wenn es um überzählige Impfdosen geht, die aus irgendwelchen Gründen nicht an die vorgesehenen Personen verimpft werden können. Es ist denn auch richtig, dass es eine Weisung des Gesundheitsamts dazu gibt.

Man darf aber auch sagen, dass es Einzelfälle gibt, bei denen ein Auge zugedrückt wird. Lieber Personen, die eigentlich nicht an der Reihe wären, in den Genuss der Impfung kommen lassen, als die Dosen zu entsorgen. Das wäre nun tatsächlich eine Dummheit erster Güte. Von Impfprivilegien muss man dabei nicht reden. Aber davon, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt. Das ist auch im Fall der Impfung so.