Attisholz Infra hat seit der Schliessung der Cellulosefabrik 2008 die planerischen Grundlagen für die Entwicklung des Areals vorangetrieben. Jetzt übergibt das Tochterunternehmen des norwegischen Orkla-Konzerns den Stab an einen neuen Investor.

«Es freut uns, dass wir mit Halter einen neuen Eigentümer gefunden haben, der die weitere Entwicklung des Areals übernimmt und auch umsetzt», so Lothar Kind, Geschäftsführer der Attisholz Infra AG. Das Zürcher Familienunternehmen wird in einem etappierten Übergangsprozess das gesamte Areal übernehmen. Über den Kaufpreis geben die Parteien keine Auskunft. 

Dort, wo heute Hallen und riesige Gebäude von der industriellen Vergangenheit zeugen, sollen bis 2040 Wohnungen, Arbeitsplätze, Forschungs-, Gastronomie- und Kulturstätten entstehen.

«Das Areal bietet für alle möglichen Nutzungen Platz», sagt Halter-Geschäftsführer Markus Mettler. Er schwärmt von den «städtebaulichen Insellage» des Attisholz-Areals. «Es ist ein inspirierender aber auch brachialer Ort, dessen industrielle Identität gewahrt werden und der organisch wachsen soll.»

Markus Mettler, CEO der Halter AG, die das Attisholz-Areal übernommen hat: «Wir übernehmen die Verantwortung für die positiven und auch für die weniger schönen Aspekte»

Markus Mettler, CEO der Halter AG: «Wir übernehmen die Verantwortung für die positiven und auch für die weniger schönen Aspekte»

In der Regel bringt Halter Immobilienprojekte innerhalb von 5 bis 10 Jahren zum Verkauf. Aufgrund des langen Horizontes im Attisholz spricht Mettler von einem Generationenprojekt.

Bei der neuen Eigentümerin zeigt man sich derart motiviert aufgrund der vielfältigen Nutzungs-Möglichkeiten, der Grösse und Dichte des Areals, dass man kaum warten könne, bis die ersten neuen Wohnungen endlich vermietet sind.

Vieles wurde bereits abgerissen

Um die Übernahme vorzubereiten, hat die Attisholz Infra um Lothar Kind viel Vorarbeit geleistet. Diverse Anlagen wie Tanks und Röhren wurden bereits abgerissen, um Platz zu schaffen. Zusammen mit der Standortgemeinde Riedholz wurde eine Nutzungsplanung erarbeitet.

Diese wird gemäss Gemeindepräsidentin Jasmine Huber (FDP) derzeit vom Kanton überprüft. Für Riedholz sei es ein «Geschenk», dass mit Halter nun ausschliesslich eine Immobilienfirma für die Entwicklung des Areals zuständig sei. «Neben dem ländlichen Dorfteil Niederwil und dem Agglomerationsgebiet Riedholz erhalten wir hier an der Aare, ein drittes, urbanes Gemeindegebiet», freut sich Huber und spricht von einer «Perle an der Aare». 

Jasmine Huber, Gemeindepräsidentin Riedholz zum Attisholz-Nord: «Wir haben ein Geschenk erhalten, dass es ein Investor gibt»

Jasmine Huber, Gemeindepräsidentin Riedholz: «Wir haben ein Geschenk erhalten, dass es ein Investor gibt»

Auch Markus Mettler hebt positiv hervor, dass Halter als alleiniger Besitzer einen «ganzheitlichen Blick» auf das Areal werfen könne. «Dass es nur eine Grundeigentümerin gibt, ist eine gute Voraussetzung für eine einheitliche Entwicklung.» Trotzdem solle ein «städtebaulicher Einheitsbrei» verhindert werden.

Diese Gefahr besteht allerdings kaum. Während auf der anderen Seite der Aare mit dem Neubau der Pharma-Produktionshalle von Biogen die industrielle Nutzung im Vordergrund steht, soll Attisholz Nord in einen Ort für Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Bildung, Forschung, Erleben und Geniessen umgewandelt werden.

Borregaard Schweiz AG – Blick ins Bilderarchiv

Borregaard Schweiz AG – Blick ins Bilderarchiv