Während Frau Holle zumindest in den Alpen ein Einsehen hatte und in den vergangenen Tagen für eine genügend dicke Schneedecke sorgte, blieben die tiefen und mittleren Lagen «verschont». Sehr zum Ärger der Betreiber der Skilifte auf dem Jura und im Oberaargau, die ihre Anlagen vorerst nicht starten können. «Der Schnee kann kommen. Wir stehen in den Startlöchern», sagt Peter Hammer, Betreiber und Eigentümer der beiden Skilifte in Langenbruck. Mindestens 30 Zentimeter brauche es, damit die Pisten auf der zweiten Jurakette mit dem Pistenfahrzeug präpariert werden können.

Schneeärmere Winter

Ungern blickt Hammer auf die vergangene Saison zurück. Nur gerade an vier Tagen konnte er die beiden Lifte laufen lassen. Viel zu wenig. «Um eine ausgeglichene Rechnung zu erzielen, brauchen wir mindestens 25 Betriebstage.» Hammer will aber nicht aufgeben. Selbst wenn die kommende Saison ähnlich schlecht verlaufe, werde er die Anlagen für die Saison darauf erneut startklar machen. «Aus ökonomischer Sicht hätte ich die Anlage schon längst schliessen müssen. Aber es steckt viel Arbeit und viel Herzblut dahinter.»

Grenchenberg profitiert von Höhe

Etwas besser verlief die Saison auf dem Grenchenberg, wo der Lift immerhin während 18 Tagen in Betrieb war. Die Skipiste liegt auf 1300 Meter über Meer und auf einem schattigen Nordhang, wie Tobias Freudiger, Betriebsleiter der Skilift Grenchenberg AG, die für die Region überdurchschnittlich lange Betriebszeit begründet. Er ist deshalb und nach den vorausgesagten Schneefällen ab Donnerstag gar zuversichtlich, bereits an diesem Wochenende starten zu können. Und selbst bei einer schlechten Saison sei ein Abstellen der Lifte «kein Thema». Die Anlagen seien sicherheitsmässig in einem guten Zustand und die Fixkosten seien gering.

Grosser Durchhaltewille

«Unseren Skilift wird es auch in fünf Jahren noch geben», zeigen sich ebenso Jürg und Nicole Lehmann kämpferisch. Die Bauernfamilie betreibt auf der Schwenigmatt oberhalb von Balsthal einen 500 Meter langen Lift, der im vergangenen Jahr nur während eines halben Tages lief. Als Familienbetrieb könne man die Fixkosten tief halten, und solange der technische Unterhalt finanzierbar sei, bleibt der Lift «am Netz». Rein betriebswirtschaftlich betrachtet hat auch der Skilift in Walterswil, dem einzigen «Ski-Resort» im Oberaargau, keine «Daseinsberechtigung» mehr.

An keinem einzigen Tag konnte der Lift, zwischen 700 und 780 Meter gelegen, betrieben werden, wie Walter Lehmann, Präsident der Skiliftgenossenschaft Walterswil, auf die letzte Saison zurückblickt. Die Fixkosten beziffert er auf 4000 bis 5000 Franken. «Bei einer erneuten schlechten Saison würden die Reserven knapp werden und wir müssten eine neue Geldquelle erschliessen.» Aufgeben will die Genossenschaft aber noch nicht. «Wir setzen alles daran, mit viel Fronarbeit und Herzblut den Lift weiterbetreiben zu können.»

«Ernsthaft Gedanken machen»

Ebenso schwierig verlief die letzte Saison auf dem Balmberg, dem mit Abstand grössten Skigebiet in unserer Region. Der Kinderlift Höfli war sechs Tage, der Kählelift vier Tage und der Rötilift keinen einzigen Tag in Betrieb. Dass jetzt noch kein Skifahren möglich ist, sei «im Moment noch nicht tragisch», erklärt Guido Sterki, Verwaltungsratspräsident der Sportanlagen Balmberg AG. Wichtig sei, dass über die Festtage der Betrieb aufgenommen werden kann. Eine erneut schneearme Saison wäre problematisch. Sterki: «Dann müssten wir uns ernsthaft Gedanken über die Zukunft machen und über die Bücher gehen.»

Wie schwierig das Überleben für Skiliftbetriebe in tiefen Lagen ist, zeigt die Statistik des Schweizerischen Seilbahnverbandes. Demnach wurden 2010 noch 897 Skilifte gezählt, 1990 waren es über 1200.