Luterbach
Immer noch im Testmodus: Biogen wartet weiter auf die Zulassung

Das in Luterbach mit einem neuen Werk vertretene Pharmaunternehmen befindet sich mitten in der Pandemie immer noch im Testbetrieb.

Balz Bruder
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Die Vorbereitung der Produktionsstätte in Luterbach der Firma Biogen wird planmässig fortgesetzt.

Die Vorbereitung der Produktionsstätte in Luterbach der Firma Biogen wird planmässig fortgesetzt.

Hansjörg Sahli

Das Letzte von Biogen war dies: Das US-Pharmaunternehmen mit internationalem Sitz in Baar und Werk in Luterbach informierte in der zweiten April-Hälfte über einen satten Überschuss von 1,6 Mrd. Euro im ersten Quartal. Umsatz und Gewinn lagen damit über den Schätzungen der Analysten. Und trotzdem fiel der Aktienkurs kurzzeitig. Grund dafür: Biogen gab gleichzeitig bekannt, dass der vollständige Antrag für den mit grossen Hoffnungen verbundene Alzheimer-Wirkstoff Aducanumab erst im dritten Quartal bei der amerikanischen Zulassungsbehörde eingereicht werden kann. Geplant war die Einreichung im ersten Quartal.

Duplizität der Ereignisse: Um die Zulassung geht es auch in Luterbach. Und zwar um jene von Swissmedic. Diese ist Voraussetzung dafür, dass das Werk vom Test- in den Produktionsbetrieb wechseln. Vor gut zwei Monaten sagte Silvia Dobry, zuständig für International Public Affairs des Unternehmens, das entsprechende Verfahren sei bei der Zulassungsbehörde noch am Laufen. Und das ist nach Aussage von Tristan Schmitz, dem Corporate-Affairs-Sprecher für den Solothurner Betrieb, noch immer so. Auf Anfrage heisst es: «Die Vorbereitung der Produktionsstätte in Luterbach wird planmässig fortgesetzt, so auch die angekündigte Inspektion der Anlage durch Swissmedic in diesem Jahr.»

Zurzeit sind nach Aussage von Schmitz am Standort Luterbach rund 500 Personen tätig. «Für die geplante Fertigstellung in diesem Jahr suchen wir immer noch Fachkräfte in allen relevanten Bereichen wie Produktion, Maintenance, Quality und Automation, die unsere Teams vor Ort unterstützen», führt er auf Anfrage aus.

So wie an anderen Orten auch, hier aber ganz besonders: Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für Biogen in der Pandemie höchste Priorität. «Seit der Meldung der ersten Covid-19-Krankheitsfälle in der Schweiz ist Biogen in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden», sagt der Unternehmenssprecher. Und fügt an: «Bisher ist uns kein Fall am Standort Luterbach bekannt.» Da die Lage weiterhin sehr dynamisch sei, wurden aber Vorsichtsmassnahmen getroffen, um potenzielle Risiken einer Infektion weiter zu begrenzen. Für den Produktionsstandort beispielsweise wurde der Zugang auf «wesentliches Personal» beschränkt.

Die Vorbereitung der Produktionsstätte in Luterbach wird planmässig fortgesetzt.

(Quelle: Tristan Schmitz, Corporate Affairs Biogen)

Darüber hinaus sind laut Schmitz «weitreichende Vorsichtsmassnahmen» ergriffen worden, um zur Eindämmung der Krankheitsausbreitung beizutragen. Sowohl interne als auch externe Geschäftstreffen sowie der Reiseverkehr wurden eingeschränkt – für ein interkontinental tätiges Unternehmen ein massiver Einschnitt.

Zudem: Um ein für die Mitarbeiter möglichst effizientes Homeoffice zu gewährleisten, wurden die Mitarbeitenden mit entsprechendem technischem Equipment ausgestattet. «Zu unserem Sicherheitskonzept gehört schliesslich auch, die Mitarbeitenden mit Hygienemasken zu versorgen, um deren Gesundheit auch in Situationen nicht zu gefährden, wo die Einhaltung des Social Distancing schwierig ist», sagt der Corporate-Affairs-Sprecher.

Zu den Perspektiven für das laufende Jahr äussert sich Biogen zum heutigen Zeitpunkt nicht. Es gilt demnach, was schon früher kommuniziert wurde: «Wir sind weiterhin optimistisch, dass wir die Produktion für unterschiedliche Medikamente im Jahr 2020 aufnehmen können.»