Ausweisentzug

Immer mehr Solothurner über 70 geben freiwillig ihren Führerausweis ab

Das Alter alleine sagt noch nichts über die Fahrtüchtigkeit aus.

Das Alter alleine sagt noch nichts über die Fahrtüchtigkeit aus.

Im Kanton Solothurn gaben 2018 über 1000 Lenkerinnen und Lenker über 70 Jahren freiwillig ihren Führerausweis ab. Knapp 50 mussten.

Der Bund erhebt nicht, wie viele Senioren in der Schweiz den Schritt gehen und sich freiwillig von ihrem «Billett» trennen. Kantonal sieht dies anders aus. 1267 Solothurnerinnen und Solothurner über 70 Jahren haben im letzten Jahr freiwillig ihren Führerausweis abgegeben, wie von der Motorfahrzeugkontrolle in Bellach (MFK) auf Anfrage zu erfahren ist. Damit wird die Tendenz der letzten Jahre nahtlos weitergeführt: Immer mehr ältere Fahrer verzichten auf die Weiterfahrt hinter dem Steuer. 2014 waren es im Vergleich noch 617. 

Es gibt allerdings auch die Lenker, denen der Ausweis aus Gründen der Verkehrssicherheit entzogen wird. Ihnen wird attestiert, nicht mehr fahrgeeignet zu sein. Dieses Zahl ist jedoch deutlich kleiner als die der freiwilligen Abgaben. 2018 waren es 47 Lenkerinnen und Lenker, die ihren Ausweis nach einem negativen Arztbericht oder einer negativen Kontrollfahrt abgeben mussten.  

Alter nicht gleich eingeschränkte Fahrtüchtigkeit

Betagte Schweizerinnen und Schweizer müssen regelmässig ihre Fahreignung medizinisch testen lassen. Auf dieses Jahr wurde die Alterslimite für diese Tests von 70 auf 75 Jahre erhöht. 

Für Kenneth Lützelschwab ist es noch zu früh, eine Prognose abzugeben, wie sich diese gelockerten Vorgaben auf die Zahlen auswirken werden. «Vorerst gilt es Erfahrungen mit der neuen Regelung zu sammeln, die Entwicklung zu beobachten und Ende 2019 eine erste Analyse vorzunehmen.» Gemäss der Erfahrung der MFK könne allein aus dem Alter noch nicht auf eine eingeschränkte oder fehlende Fähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen geschlossen werden. «Auch ältere Menschen können sich vor allem aufgrund ihrer Erfahrung noch sicher im Strassenverkehr bewegen», sagt Lützelschwab.

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