An der Kantonsschule Solothurn sind die «grossen» Streiche der Maturanden nun verboten, es darf nur noch Schabernack mit Absprache der Schulleitung getrieben werden. Dieses Jahr werden die Matura-Streiche deshalb wohl nicht im grossen Stil stattfinden.

Trotzdem konnten die ehemaligen Kanti-Abgänger bei ihrem Schulabschluss ihrer Kreativität freien Lauf setzen. Dabei wurden oftmals die Lehrer und die jüngeren Schüler «Opfer» der Streiche.

Sie mussten Hindernisse überwinden, durch Militärblachen kriechen oder sich durch Heuberge kämpfen, um die Säulenhalle zu durchqueren und schliesslich wohlbehalten – mit dem einen oder anderen Farbtupfer im Gesicht – ihr Schulzimmer betreten. 

Die Aktionen waren von Klasse zu Klasse verschieden, die älteren Jahrgänge erinnern sich teilweise nicht einmal mehr an einen Streich. «Ich weiss gar nicht mehr, was wir damals gemacht haben», so eine ehemalige Schülerin der Kantonsschule Solothurn.

Da stellt sich die Frage, ob die Solothurner Kantischüler letztes Jahr wirklich so «schlimm» waren, oder ob es «nur» einzelne Klassen übertrieben haben. So verliefen die Streiche der letzten Jahre grundsätzlich glimpflich. Immer wieder wurde mit einem Verbot gedroht, welches aber nicht wirklich durchgezogen wurde. Im vergangen Jahr zog die Schulleitung aber dann doch die Bremse, weil beim Beschmieren von Bildern ein Sachschaden verursacht wurde.

Einige waghalsige Aktionen hat es sicherlich gegeben, die meisten wollen aber die Streiche für sich behalten. Dieser Zeitung ist einzig ein waghalsiger Streich zu Ohren gekommen, bei welchem Schüler mit Matten auf ein Dach der Kantonsschule geklettert sind. Solche Aktionen sind bei den Kantonsschülern Solothurn wohl eher die Ausnahme.

Ganzer Tag schulfrei 

Andere Schulen haben es aber richtig übertrieben, so wurde zum Beispiel an der Kantonsschule Zürich im Jahr 2013 ein Chaos angerichtet. Die Schulzimmer und Gänge wurden mit Mobiliar verbarrikadiert, überall lag Papier und Böden waren mit obszönen Zeichnungen verschmiert.

Die Folge: ein Sachschaden von mehreren 1'000 Franken und ein ganzer Tag schulfrei für die gesamte Schule, berichtete die Limmattaler Zeitung. Auch andere Kantis in der Schweiz halten rege die Tradition der Matura-Streiche. Dabei gehören bei einigen Wasserschlachten zur Pflicht. Dennoch sind die Schweizer Maturanden im Vergleich zu anderen Ländern wahre Unschuldslämmer.

In Deutschland ist der Abi-Streich ein Muss für Jahrgangsabgänger. Die Deutsche Internet-Seite drabi.de liefert sogar Anleitungen für den ultimativen Streich.

Die Abi-Abgänger übertreiben es dabei gerne mit ihren Scherzen, und geben zum Abschluss auch mal eine gefährliche Schaumparty, die dermassen misslingt, dass laut spiegel.de 196 Schüler ins Krankenhaus gebracht werden müssen. 

Einige Deutsche Absolventen waren wohl zu übereifrig und haben sich zu sehr über ihr bestandenes Abitur gefreut. Die Konsequenzen wurden bei den folgenden Gags wohl nicht bedacht.

Die Deutschen übertreiben gerne

Die Internetseite ww.spiegel.de machte eine Aufstellung zu den misslungensten Abi-Streichen 2015 in Deutschland.

In Aachen inszenierten neun Abiturienten an ihrem letzten Schultag die Entführung eines Lehrers - ausgestattet mit Tarnkleidung und mit etlichen nachgebildeten Waffen.

Rund 60 Abiturienten aus Bochum feierten ihren Abschluss im März damit, dass sie willkürlich Autos in der Innenstadt anhielten und sich dann von den Fahrern durch die Stadt kutschieren liessen. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an.

Am Münchner Luitpold-Gymnasium bestellten die jungen Absolventen eine Stripperin und einen Stripper.

Zum Glück können die Schweizer den Deutschen das Wasser nicht reichen, was diese ausgearteten Aktionen angeht.

Aber wer weiss, vielleicht gibt es auch dieses Jahr (positiv) Unerwartetes von den diesjährigen Absolventen der Kantonsschule Solothurn zu berichten...