Grundsätzlich ist das Befahren des besagten Aareabschnittes verboten. In einer Verordnungsänderung hatte die Regierung nun aber Ausnahmen festgeschrieben. Ruder- und Motorboote bis maximal 6 Kilowatt bzw. 8 PS Leistung dürfen zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober den Flussabschnitt befahren.

Zudem wird dem zuständigen Departement erlaubt, dass es für Personentransporte zwischen dem 1. Mai und dem 30. September Ausnahmen bewilligen kann. Gegen diese Verordnungsänderungen ergriffen über 30 Mitglieder des Kantonsparlament das Veto.

Es handle sich um ein Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung, argumentierten sie. Die Verordnungsänderung widerspreche den allgemeinen Bestimmungen der bundesrätlichen Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung.

Die Regierung habe die Verordnung im Verlaufe der Vernehmlassung noch verändert, kritisierten die Grünen bei der Debatte. Man sehe keinen Nutzen, wenn der Aareabschnitt im Sommerhalbjahr für die touristische Nutzung freigegeben werde, meinte der Sprecher der SP.

Im Sommerhalbjahr sei das Befahren des Abschnittes deutlich weniger heikel als im Winterhalbjahr, stellte dagegen der Sprecher der CVP/BDP/EVP/GLP-Fraktion fest. Der Vorschlag der Regierung sei ein ausgewogener Kompromiss zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung, hiess es von Seiten der FDP.

Im Rahmen der Umnutzung der grossen Industriebrache in diesem Gebiet, unter anderem mit dem Bau der neuen Biogen-Produktionsanlage, werde auch die Natur stark aufgewertet, stellte die SVP fest.

Die Verordnung stehe nicht im Widerspruch zu Naturschutzgesetzen, sagte Regierungsrat Roland Fürst (CVP). Wichtig sei, dass das Winterfahrverbot, nicht angetastet werde. In dieser Zeit würden in diesem Gebiet viele Vögel rasten.