Schon in den kommenden Tagen werden auf dem Baugelände im Deitinger Schachen die ersten Vorbereitungsarbeiten ausgeführt. Und bereits im kommenden November dann sollen die effektiven Bauarbeiten für das Bundesasylzentrum starten. Geht alles nach dem Fahrplan des Staatssekretariats für Migration (SEM), dann ist mit der Inbetriebnahme der Anlage «bereits im Herbst 2019» zu rechnen. Dies bestätigt Jonas Schmid, Projektleiter Kommunikation beim SEM, auf Anfrage.

Entwicklung Asylzahlen Kanton Solothurn

Seit das Bundesgericht der Gemeinde Deitingen und einzelnen Einwohnern am 30. August 2018 die Einspracheberechtigung abgesprochen hat, ist die Baubewilligung für das Zentrum rechtskräftig (wir berichteten). Die Einwohnerinnen und Einwohner der Dörfer Flumenthal (politische Standortgemeinde) und Deitingen (direkte Anstösserin des Zentrums) werden vom SEM in diesen Tagen mit einem Flugblatt über diesen Fahrplan informiert.

Platz für 250 Menschen

Das Bundesasylzentrum im Deitinger Schachen wird gemäss Planung des Bundes maximal 250 Personen Platz bieten. Es ist eines von drei Bundeszentren, die in der Nordwestschweiz geschaffen werden sollen. Als eigentliches Ausreisezentrum wird es Personen für jeweils 140 Tage aufnehmen, deren Asylanträge abgelehnt worden sind und die somit keine Bleibeperspektive in der Schweiz haben.

Asylsuchende Solothurn nach Herkunftsort

Den in Einsprachen und Protesten geäusserten Bedenken in Teilen der Bevölkerung will das Staatssekretariat für Migration gezielt Rechnung tragen. So würden Betreuungspersonal und ein Sicherheitsdienst eingesetzt, «die rund um die Uhr anwesend und erreichbar sind», wird versichert. In beiden Gemeinden wollen die Bundesbehörden regelmässig über den Baufortschritt und die Betriebsvorbereitungen informieren. Und vor der Inbetriebnahme des Zentrums im nächsten Herbst sei ein Tag der offenen Tür geplant.

Nach Vorliegen des negativen Bundesgerichtsentscheides hatte Gemeindepräsident Bruno Eberhard erklärt, Deitingen werde den «Kampf gegen das Zentrum mit politischen Mitteln weiterführen». Dazu SEM-Sprecher Jonas Schmid: «Bund und Kanton sind in Kontakt mit den Gemeindebehörden von Flumenthal und Deitingen.» Wie mit allen Standortgemeinden von Bundesasylzentren werde das SEM auch «mit Flumenthal und Deitingen eine Vereinbarung über die Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs abschliessen».

Ein Occasion-Modulbau

Dass die Bauarbeiten gemäss ambitioniertem Fahrplan innerhalb nicht einmal eines Jahres abgeschlossen werden sollen, liegt auch an der projektierten Bauausführung: Vorgesehen ist ein dreistöckiger Occasions-Modulbau mit aufeinandergestellten und unter einander verbundenen Einzelteilen. Dieser Bau habe früher als Provisorium einer Rehabilitationsklinik gedient, heisst es dazu beim SEM.

Erst im Mai des Jahres 2015 hatte das Staatssekretariat für Migration der Bevölkerung in der Region Deitingen/Flumenthal erstmals seine Pläne für ein Bundesasylzentrum im Deitinger Schachen mit 250 Plätzen präsentiert. Der Bau soll zwischen der Justizvollzugsanstalt Schachen und der Raststätte Deitingen-Nord der Autobahn A1 entstehen, dort, wo heute eine alte Abwasserreinigungsanlage liegt.