Sekundarstufe I
Im neunten Schuljahr müssen die Kreisschüler Kreativität beweisen

Nach der Sek-I-Reform müssen alle Kreisschüler im neunten Schuljahr eine Projektarbeit erarbeiten. In den letzten Tagen haben die Schüler stolz ihre praktischen und schriftlichen Projekte präsentiert.

Lea Reimann
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Projektarbeiten der Kreisschüler aus dem Kanton
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Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Stolz geben diese beiden Schüler über ihr Projekt Auskunft.
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Wer möchte darf den Flipperkasten auch sogleich ausprobieren.
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Ebenfalls eine Neuheit: ein quadratischer Billardtisch.
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Interessiert begutachten die Besucher die Projektarbeiten der Schüler.
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Ein Wolkenkratzer im Kleinformat
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Von wegen zu alt für Kuscheltiere
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. In diesem massgeschneiderten Möbelstück kommen Frenseher, Musikanalge und co. perfekt unter.
Die Abschlussklassen der Sek B und E präsentieren ihre Projektarbeiten im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach. Ohne lange zu zögern probiert diese junge Dame eine der ausgestellten Handpuppen aus.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Bucheggberg Mit diesem Mofazeltanhänger wollen zwei Kreisschüler über den Gotthard fahren.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Bucheggberg So sieht der geschlossene Zeltanhänger aus.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Bucheggberg Ein etwas anderer «Töggelikasten»
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Bucheggberg «Eine sehr gelungene Arbeit», meint Schulleiter Markus Bernsau zu diesem Brautkleid.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse des Sekundarschulzentrums GSU Bis dieses neue Wintersportgerät ausprobiert werden kann, müssen die Schüler noch ein wenig warten.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse des Sekundarschulzentrums GSU In diesem Käfig könnte bald ein Haustier sein neues Zuhause finden.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Auch an der Kreisschule Gäu hat sich eine Schülerin ein Kleid als Projekt ausgedacht.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Drei Pyramiden und eine Sphinx.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Chantal Durand und Angela Bazan präsentieren stolz ihr selbst gebautes Gun Surfboard.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Bis das Modellflugzeug von Tobias Heutschi und Patrik Zeltner tatsächlich flog, brauchte es mehr als nur einen Anlauf.
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Ob es in der Region wohl noch Seifenkistenrennen gibt, an denen man mit diesem Fahrzeug mitfahren könnte?
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Was schlängelt sich denn da durchs Schulzimmer?
Projektarbeiten aus der neunten Klasse der Kreisschule Gäu Ganz bis in die Wolken reicht das Modell dieses Hochhauses nicht. Beachtlich hoch ist es trotzdem.
Eine Auswahl von Projektteams der Kreisschulte Thal zeigt ihre praktischen oder schriftlichen Arbeiten.
In der Kreisschule Biberist wurde zum Thema Europa eine Projektwoche veranstaltet. Um mehrere Länder Europas präsentieren zu können, wurden kleine Gruppen bilden, die je ein Land bearbeiteten. Die Gruppe England hat sich für die Tower-Bridge und eine Telefonzelle entschieden.
In der Kreisschule Biberist wurde zum Thema Europa eine Projektwoche veranstaltet. Um mehrere Länder Europas präsentieren zu können, wurden kleine Gruppen bilden, die je ein Land bearbeiteten. Die Gruppe Frankreich widmete sich dem Eifelturm.

Projektarbeiten der Kreisschüler aus dem Kanton

Felix Gerber

Ein selbst gebauter «Töggelikasten», ein selbst genähtes Abendkleid, Bettwäsche und Vasen, ein Rechercheprojekt über Medikamente oder ein sorgfältig verarbeitetes Fernsehmöbel, das noch so manch einer bei sich zu Hause stehen haben möchte.

Das Spektrum der Projektarbeitsausstellung in den Turnhallen im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach ist breit. 70 Jugendliche haben am Donnerstag im Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen, 169 sind es in der gesamten Oberstufe Wasseramt Ost (OWO). Das sind rund zehn Prozent der Jugendlichen aus dem ganzen Kanton.

Insgesamt haben in den letzten Tagen 1835 Schülerinnen und Schüler erstmals die Sek E, die Sek B und die Sek K abgeschlossen. Als Erste haben diese jungen Leute damit im Rahmen der Umsetzung der Oberstufenreform das neu gestaltete neunte Schuljahr miterlebt und auch ein Abschlusszertifikat erhalten. Und vor allem haben sie eine Projektarbeit erstellt, welche als Vorbereitung auf die Berufswelt gilt.

Eine Perle der Sek-I-Reform

Am selbst gebauten «Töggelikasten» vergnügen sich Lehrpersonen und zwei Schüler bei einem spannenden Match und ganz in der Nähe prüft ein Vater, wie bequem der selbst gebaute «Gamer-Sessel» wirklich ist.

Stolze Eltern fotografieren die Projekte ihrer Söhne und Töchter, stolze Jugendliche geben Auskunft über ihre Arbeit. «Das riecht gut, das würde ich auch kaufen», kommentiert eine junge Frau das Parfum, welches zwei Schülerinnen selber kreiert haben, ein Vater blättert in einer Projektarbeit über einen Freiwilligeneinsatz im seraphischen Liebeswerk und ein Mädchen erfreut sich vor allem an der überdimensionalen, grünen Plüschkatze, welche von zwei Schülerinnen als Abschlussgeschenk für ihre Lehrerin genäht wurde.

Die Absolventen sind stolz auf ihre Leistung und vor allem auch stolz auf ihre Projektarbeit. Ein wichtiger Bestandteil der Sek-I-Reform ist das Unterrichtsgefäss «Selbst gesteuertes Arbeiten».

Die Jugendlichen verfassen in dessen Verlauf eine selbstständige Projektarbeit, die für das Abschlusszertifikat zählt. Zielvereinbarungen und eine detaillierte Zeitplanung zu erstellen sowie die Handhabung eines Budgets und weitere Elemente sind Kompetenzen, die in der Berufswelt wichtig sind.

Die Projektarbeit sei sicherlich eine Perle der Sek I Reform und des in diesem Zuge umgestalteten neunten Schuljahres, sagt Yolanda Klaus. Sie ist stellvertretende Amtsvorsteherin des Volksschulamtes (VSA) und war an der Einführung und Umsetzung der Reform massgeblich beteiligt.

Landauf, landab höre man darüber nur Gutes, die Resultate seien erfreulich. Auch Adrian van der Floe, Schulleiter der Oberstufe Wasseramt Ost (OWO), ist überzeugt von der Projektarbeit. «Die Projektarbeit ist ganz klar ein Gewinn», sagt er. «Man hat gemerkt, dass die Schülerinnen und Schüler grossen Einsatz dafür zeigen und ihnen die Arbeit wichtig ist. Sie sind mit ihrer Projektarbeit auch emotional verbunden.»

Auf die Berufswelt vorbereitet

Zu den Neuerungen der Sek-I-Reform gehört aber nicht nur die Projektarbeit. «Mit der Neuausrichtung des neunten Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler generell gezielter auf Berufsbildungsangebote vorbereitet», erklärt Yolanda Klaus.

Zwei Projektwochen ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema und schaffen einen Bezug zur Berufswelt. Vielerorts hat man Betriebe besichtigt oder Fachleute eingeladen, welche die Rolle der zukünftigen Lernenden thematisierten.

Umgang mit Geld und weniger Freizeit oder Anstandsregeln nach Knigge waren beispielsweise Themen in den Workshops der OWO. Dass die Berufsorientierung als eigenes Fach in der Stundentafel fixiert wurde, habe ebenfalls zu positiven Rückmeldungen geführt, so Yolanda Klaus. Ebenso verhalte es sich mit dem Gefäss «Erweiterte Erziehungsanliegen».

«Die Neugestaltung des neunten Schuljahres ist in der Reform Sek I gelungen», sagt Klaus. «Aus unserer Sicht sind die Schulen im Kanton die Umsetzung der Reform Sekundarstufe I mit grossem Engagement angegangen», betont sie.

Gelungen waren in der Regel auch die Projektarbeiten. «In den letzten Tagen haben wir oft bis halb acht Uhr abends im OZ gearbeitet. Das hat uns aber nichts ausgemacht», sagt Tim Baranyai, 3b Sek E.

Die dabei entstandene wetterfeste «Partybox» auf Rollen enthält eine Kühlbox und eine Musikanlage. Ein Blickfang sind auch die Abendkleider von Fabienne und Jessica. «Wir fanden es besonders toll, dass wir noch einmal etwas im Werken machen konnten, da wir ja in der neunten Klasse eigentlich keine Handarbeit mehr haben», erklärt Jessica Bichsel aus der 3a Sek B.

Es sei aber auch anstrengend gewesen, da man weitgehend auf sich allein gestellt sei und selbstständig arbeiten müsse. «Bei meinem Oberteil musste ich die Nähte etwa siebenmal wieder auftrennen, bis es wirklich gut aussah», erinnert sie sich.