Baustelle
Im neuen Bürgerspital sorgen Innenhöfe überall für Tageslicht

Das Bettenhaus mit total sieben Geschossen wächst rasant in die Höhe – im Mai 2017 wird der Rohbau fertig sein.

Elisabeth Seifert
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Baustellen-Besichtigung Neubau Bürgerspital Solothurn im Dezember 2016.
15 Bilder
Die Südseite des neuen Bürgerspitals Im Rohbau fertiggestellt ist der zweigeschossige Flachbau (links). Mit dem Bettenhaus, das sieben Stockwerke zählen wird, ist es im Mai 2017 soweit
Blick ins Erdgeschoss des 140 Meter langen Gebäudes
Der grosse Lichthof im Bettenhaus
Baustellen-Besichtigung Neubau Bürgerspital Solothurn am 8.12.2016
Gesamtprojektleiter Alfredo Pergola vom Hochbauamt und Chefbauleiter René Wieland
Die Nasszellen der Bettenzimmer sind bereits aufgestellt
Das zukünftige neue und das alte Bettenhaus

Baustellen-Besichtigung Neubau Bürgerspital Solothurn im Dezember 2016.

Hansjörg Sahli

Langsam lässt sich erahnen, wie es sich anfühlen wird, als Arzt und Pflegeperson im neuen Bürgerspital zu arbeiten oder als Patient eine Zeit lang hier zu verweilen. Bei einem Rundgang mit den Bauverantwortlichen stehen wir im vierten Geschoss des Haupthauses, dem ersten Stockwerk mit Patientenzimmern.

Die Bauarbeiter der Firma Strabag sind derweil damit beschäftigt, die weiteren Bettenstockwerke hochzuziehen. Bis Mai 2017 wird das siebte Geschoss – und damit der Rohbau des neuen Gebäudes – fertiggestellt sein. Alle 139 Patientenzimmer sind entlang der Fensterfronten angeordnet. Im Geschoss-Inneren kommen jeweils die Pflegeräume zu liegen. Zwei Lichthöfe sorgen dafür, dass auch diese Räume sowie die Gänge Tageslicht haben.

Maximale Flexibilität

Beim zweigeschossigen Flachbau, der sich im Westen direkt an das Bettenhaus anschliesst, ist der Rohbau bereits abgeschlossen. Derzeit sind hier Spezialisten mit Abdichtungsarbeiten am Dach beschäftigt, auf dem später dann ein Garten angelegt werden soll, der den Patientinnen und Patienten eine entsprechend schöne Aussicht bescheren soll. Innerhalb des Gebäudes, das die acht Operationssäle sowie eine Reihe weiterer Behandlungsräume beherbergen wird, ist bereits der Innenausbau gestartet. Auch hier sorgt ein grosszügiger Lichthof dafür, dass praktisch jede Ecke Tageslicht abbekommt.

Besonders stolz erläutert Chefbauleiter René Wieland die Anordnung der Liftanlagen und Treppenhäuser. Diese werden an der Süd- und Nordseite des Gebäudes eingebaut, verteilt über die ganze Länge von 140 Metern. In diesen «Kernen», wie sich Wieland ausdrückt, wird auch die ganze Haustechnik installiert und vertikal nach oben gezogen. In den einzelnen Geschossen können die Kabel dann von diesen zentralen Orten aus der Decke entlang an die gewünschte Stelle gezogen werden. «Diese Anordnung ermöglicht eine maximale Flexibilität, um auf die ständig sich verändernden Bedürfnisse zu reagieren», sagt Wieland. Genau dem gleichen Ziel dient, dass die einzelnen Geschosse auf insgesamt über 1000 tragenden Stützen ruhen. «Damit lassen sich die Wände problemlos versetzen.»

Alle Berufsgruppen einbezogen

Parallel zur Vollendung des Rohbaus laufen die Planungsarbeiten für den Innenausbau, der ab Mai im grossen Stil beginnen wird. Damit es ja kein böses Erwachen gibt, arbeiten die Planer aufseiten des Kantons und die beauftragten Architekten eng mit sämtlichen Berufsgruppen des Spitals zusammen. «So stellen wir sicher, dass die Raumgestaltung den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entspricht», unterstreicht Gesamtprojektleiter Alfredo Pergola vom kantonalen Hochbauamt. Zu diesem Zweck haben die Planer in den letzten zwei Jahren eine ganze Reihe von Raumstudien erstellt und diese dann in eine Vernehmlassung geschickt. Ein aufwendiges Verfahren, das gemäss Alfredo Pergola schweizweit einzigartig ist.

Dreidimensionale Visualisierungen halfen Ärzten und Pflegenden dabei, sich die Raumverhältnisse noch klarer vor Augen zu führen. Mit den Planungs- und Bauarbeiten sei man weiterhin voll im Zeitplan, unterstrich der Gesamtprojektleiter. Auch die Kosten von total 340 Mio. Franken würden nicht überschritten. Bezugsbereit ist das Haupthaus 2020. Dann wird das bestehende Bettenhaus abgerissen. Bis 2023 wird dann noch der neue Wirtschaftstrakt erstellt.

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