Auf der Baustelle herrscht Betrieb: Neben dem bisherigen Bettenhaus des Solothurner Bürgerspitals entsteht derzeit der Neubau für 340 Millionen Franken. Der siebenstöckige Rohbau steht schon länger. Bis Ende Jahr sollen die Baumeisterarbeiten abgeschlossen sein, 2020 sollen die Patientenzimmer, Büros und Operationssäle bezugsbereit sein. Laut der Solothurner Spitäler AG (soH) reicht der Platz im Neubau – welcher ursprünglich achtstöckig geplant war – nicht für alle Abteilungen und Kliniken des Bürgerspitals.

Auch nicht für die Gruppenpraxis für Kinder- und Jugendliche. Diese gehört nicht direkt zur soH, welche keinen Leistungsauftrag für Kindermedizin hat. Stattdessen hat sich eine private Praxis, bestehend aus sieben Hausärzten, im Bürgerspital eingemietet. In einem Gebäude, das im Zusammenhang mit dem Neubau abgerissen wird. Deshalb steht schon länger fest, dass die Praxis umziehen muss. Im Vertrag mit der soH hiess es, man werde gleichwertige Räume zur Verfügung stellen. Diese sind nun gefunden.

Direkter Parkplatz-Zugang

Ins Haus 9 wird die Gruppenpraxis einziehen.

Ins Haus 9 wird die Gruppenpraxis einziehen.

Eltern können ihre Kinder künftig im Haus 9 behandeln lassen. Die sieben Kinderärzte mieten dort, im roten Gebäude, ein Stockwerk für ihre Praxis. Aktuell befindet sich auf dieser Etage des Hauses, wo unter anderem das Rehabilitationszentrum der soH untergebracht ist, noch eine stationäre Abteilung mit Patientenzimmern, heisst es auf Anfrage bei soH-Mediensprecher Gian Trionfini. Es soll eine farbige Praxis für Kinder und Jugendliche eingerichtet werden, welche nicht «spitälerlet», so Trionfini. Laut der Gruppenpraxis werden derzeit Umbaupläne mit einem Architekten erarbeitet.

Der Vorteil dieses Standorts sei, dass den Eltern mit ihren Kindern eine gewisse Intimität gewährleistet werde. So befindet sich das Haus 9 direkt neben dem Besucherparkplatz – der Gang durch das ganze Spital, um mit dem Kind zum Doktor zu gehen, ist also nicht mehr nötig. «Im Kantonsspital Olten ist die Kinderarztpraxis ebenfalls in einem Nebengebäude untergebracht. Damit machen wir eine gute Erfahrung», so Trionfini.

Weiter zusammenarbeiten

Ebenfalls als gute Erfahrung bezeichnen beide – soH und Gruppenpraxis – die Zusammenarbeit. Auch wenn die Gruppenpraxis privat eingemietet ist, findet ein Austausch statt. So können die Hausärzte in gewissen Fällen etwa Röntgenapparate des Spitals verwenden. Im Gegenzug betreuen sie unter 16-Jährige, die sich tagsüber auf dem Notfall melden. Dieser ist nämlich nur für Erwachsene eingerichtet. Für die jüngeren Patienten ist tagsüber ein Kinderarzt in der Region zuständig, der Pikettdienst hat. In der Nacht werden Eltern auf die Kinderkliniken in Biel oder Bern verwiesen. Am Angebot der Praxis soll sich vorläufig nichts ändern. Diese soll laut dem Mediensprecher vor oder zeitgleich mit dem Bezug des Neubaus umziehen – also ebenfalls bis ins Jahr 2020.