Selecta-Automaten und Defibrillatoren – eine ungewöhnliche Kombination. Und dennoch nicht so weit hergeholt. Denn die Firma für den Snack für zwischendurch hat gemeinnützige Pläne. «Wir haben das Ziel, unsere Selecta-Automaten im öffentlichen Bereich mit Defibrillatoren auszurüsten», sagt Patrizia von Gunten, Pressesprecherin von Selecta Schweiz.

Es gebe nach wie vor zu wenige Defibrillatoren, welche rund um die Uhr zugänglich sind. Im August dieses Jahres wurde ein kantonales Pilotprojekt gestartet. Zwei Automaten in Olten wurden mit Defibrillatoren ergänzt. «Die Dichte an Selecta-Automaten und deren Standorte an öffentlich interessanten Plätzen sind geradezu prädestiniert für dieses Projekt», sagt von Gunten. «Die Rettungsdienste unterstützen unser Vorhaben.»

Rettungsdienste begrüssen Aktion

Nebst der Koordination der Feuerwehr und Laienhelfern sollen möglichst viele öffentlich zugängliche Defibrillatoren geschaffen werden. «In jeder Gemeinde sollte mindestens ein Defibrillator öffentlich zugänglich sein», sagt Oliver Reisten, ärztlicher Leiter vom Rettungsdienst der Solothurner Spitäler. In Städten und grösseren Ortschaften sollen gemäss Bevölkerungsdichte Defibrillatoren angebracht werden. «Auch viele grosse Firmen haben bereits intern solche Einrichtungen. Es wäre schön, wenn auch ausserhalb des Firmengebäudes ein Gerät angebracht wäre», sagt Reisten.

Automaten des Snack-Anbieters Selecta stehen oft an Bahnhöfen, Bushaltestellen, öffentlichen Plätzen. Sprich dort, wo viele Leute sind. «Daher ist das Engagement von Selecta für die Umsetzung unserer Ziele grossartig», sagt Oliver Reisten. «Wir unterstützen Selecta gerne bei diesem Projekt, zum Wohle der betroffenen Patienten.» Die Unterstützung beinhaltet einerseits die Einbindung der von der Firma Selecta zur Verfügung gestellten Defibrillatoren in das bestehende Netzwerk, andererseits die Vermittlung des nötigen Wissens. In der Zukunft sieht Oliver Reisten grosses Potenzial: «Zurzeit ist vieles im Wandel, aber es gibt noch viel zu tun.»

Olten: Bisher noch kein Ernstfall

Gemeinden und Firmen hätten die Befürchtung, dass ihre öffentlich zur Verfügung gestellten Defibrillatoren dem Vandalismus und Diebstahl zu Opfer fallen könnten. «Die Angst vor Diebstahl und Vandalismus hat sich bis jetzt nicht bestätigt», sagt Patrizia von Gunten und stützt sich dabei auf die bisher gemachten Erfahrungen des Pilotprojektes in Olten.

Benutzt wurden die Defibrillatoren in Olten zum Glück noch nicht. «Die Rückmeldungen waren stets positiv. Ob von Rettungsorganisationen, Behörden, Anwohnern, Konsumenten oder Interessenten», bilanziert von Gunten. «Wir sind im Gespräch mit den Gemeinden für neue Standorte, aber auch für das Nachrüsten der bestehenden Automaten. Ziel ist es, im Kanton Solothurn rund 50 Automaten mit Defibrillatoren auszustatten.»