In rund vier Monaten beginnt das Lehrjahr 2014/15. Zahlreiche Jugendliche beschreiten damit die nächste Etappe in ihrer beruflichen Karriere. Wie Rudolf Zimmerli, Leiter der Abteilung Berufslehre des Amts für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen, erklärt ist die Berufslehre im Kanton Solothurn durchaus beliebt.

So wählen rund 70 Prozent der Schulabgänger den Weg einer Berufslehre. Momentan sind schon rund 1300 neue Lehrverträge für das kommende Lehrjahr unterzeichnet, 735 Lehrstellen warten noch darauf, besetzt zu werden.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass nicht alle Betriebe ihre Lehrstellen beim Kanton melden. In Wahrheit dürfte die Zahl der offenen Lehrstellen etwas höher sein.» Damit sei man momentan auf dem gleichen Stand wie im März 2012, vermutlich werde die Entwicklung bis im Sommer abflachen.

So rechne man damit, dass dieses Jahr zwischen 100 und 150 Lehrverträge weniger unterzeichnet würden als im Vorjahr. «Dies liegt in erster Linie an der demografischen Entwicklung», so Zimmerli.

«Dadurch sind nicht immer genug Jugendliche da, welche die Stellen besetzen könnten. Weiter bleiben einige Lehrstellen unbesetzt, weil einzelne Berufe eher unbeliebt sind oder weil es schwierig ist, Jugendliche zu finden, welche die hohen Berufsanforderungen erfüllen können.»

Trotzdem könnten gerade auch leistungsschwächere Schüler von den aktuellen Entwicklungen profitieren. So werde in immer mehr Berufsfeldern auch die zweijährige berufliche Grundausbildung angeboten, die mit dem eidgenössischen Berufsattest abgeschlossen werde, erklärt Zimmerli. Das Angebot an Lehrstellen in diesem Bereich sei im Kanton Solothurn im schweizweiten Vergleich erfreulich hoch.

Fast jeder findet eine Lösung

«Die Zahl der Schulabgänger, welche bis im Sommer ohne eine Lösung dastehen, ist gering», so Zimmerli. Dies sei unter anderem auch der Tatsache zu verdanken, dass das Lehrstellenangebot höher ist, als die Zahl der Schulabgänger.

Zudem unterstütze der Kanton Schülerinnen und Schüler gezielt bei der Suche nach einer geeigneten Anschlusslösung. «Weiter wird auf das kommende Schuljahr das neue duale Brückenangebot ‹Berufsvorbereitungsjahr› ins Leben gerufen, das die bisherige Vorlehre ablöst», führt Zimmerli aus.

«Im Berufsvorbereitungsjahr besuchen die Schulabgänger während zwei Tagen der Woche die Schule. Die restlichen drei Tage arbeiten sie in einem Betrieb, meist in dem Berufsfeld in dem sie später ihre Ausbildung bestreiten möchten.»

Auch die Quote an Lernenden welche ihre Berufslehre abbrechen hält Zimmerli nicht für bedenklich. «Rund 9 Prozent der Lehrlinge lösen den Lehrvertrag während der Dauer der Ausbildung auf.

Davon findet aber erfahrungsgemäss über die Hälfte schon im gleichen Jahr eine neue Lösung. Die anderen setzen ihre berufliche Grundbildung in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt fort oder beginnen eine neue Ausbildung.»