Immobilien

Im Kanton Solothurn droht keine Immobilienblase

Thomas Rieder, Oekonom der Credit Suisse, rechnet erst in etwa zwei, drei Jahren mit einem grösseren Anstieg der Zinsen, wenn die Probleme in der Euro-Zone nachlassen.t (Symbolbild)

Thomas Rieder, Oekonom der Credit Suisse, rechnet erst in etwa zwei, drei Jahren mit einem grösseren Anstieg der Zinsen, wenn die Probleme in der Euro-Zone nachlassen.t (Symbolbild)

Ein Überangebot auf dem Land und mehr Logistikfirmen, sagt ein Experte für den Kanton Solothurn voraus.

Auf dem Weissenstein beruhigte Thomas Rieder, Oekonom der Credit Suisse, die Solothurner SVIT-Mitglieder. Drei Punkte sprechen laut Rieder dafür, dass im Wohnimmobilienmarkt der Zenith noch nicht erreicht sei: Der private Konsum halte, wenn auch abgeschwächt, an und die Zuwanderung kurble den Markt weiter an; auch die Zinsen würden tief bleiben. Rieder rechnet erst in etwa zwei, drei Jahren mit einem grösseren Anstieg, wenn die Probleme in der Euro-Zone nachlassen.

Zum Raum Solothurn lieferte Rieder differenzierte Szenarien. Der Kanton etwa verfüge von Olten an der Peripherie der Zürcher Agglomeration bis ins ländlich geprägte Thal über sehr unterschiedliche Regionen. Heute könnten sich in Solothurn noch immer rund 75 Prozent der Erwerbstätigen ein Eigenheim leisten, doch bei einer Gegenüberstellung der geplanten Bauprojekte mit dem, was der Markt in den letzten Jahren absorbiert hat, drohe auf dem Land bald ein Überangebot. Auch in den Zentren könnte es zu Absatzschwierigkeiten kommen, wenn etwa mit Zuwanderungskontingenten jährlich rund 20 000 Menschen weniger ins Land kommen.

Bei Renditeimmobilien hingegen sei das Preiswachstum weiterhin kaum abgeschwächt, weil die Nachfrage von institutioneller Seite gross bleibt. Im Mittelland zeichne sich keine Entstehung einer Immobilienblase ab, nicht einmal eine Überbewertung. Und am Jurasüdfuss mit seiner Nähe zu den Wirtschaftszentren sei weiterhin mit ansteigenden Preisen zu rechnen, wenn auch nicht mehr so stark.

Bei Gewerbe- oder Büroliegenschaften gebe es aber grosse Überkapazitäten. Gerade wegen seiner zentralen und gut erschlossenen Lage sei Solothurn aber für Logistikunternehmen attraktiv. Er rechnet, dass diese Immobilien in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein Drittel der Marktangebote ausmachen werden. (mgt)

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