Der Regierungsrat hat seit bald zehn Jahren den Auftrag, ein Mammografie-Screening-Programm einzuführen. Dank einem neuen Vorstoss von Kantonsrätin Susan von Sury (CVP, Feldbrunnen) zur Dickdarmkrebs-Vorsorge soll es nun damit vorwärts gehen. Wie Brustkrebs bei den Frauen ist Dickdarmkrebs bei Männern und Frauen eine der häufigsten Krebsarten. Bei rechtzeitiger Erkennung sind die Chancen einer erfolgreichen Behandlung hoch.

Die Vorsorgeuntersuchungen sind einfacher und anders als die flächendeckende Mammografie zur Brustkrebs-Vorsorge auch kaum umstritten. Susan von Sury verlangte nun vom Regierungsrat, «die Lancierung eines Pilotprojektes für die Dickdarmkrebs-Prävention zu prüfen».

Die Sozial- und Gesundheitskommission (die von Sury selber präsidiert wurde) sah aber einen anderen Weg vor: Man wolle Mammografie-Screening und Dickdarmkrebs-Screening nicht gegeneinander ausspielen und beide Anliegen zusammen in einen neuen Vorstoss packen. So hat es der Kantonsrat am Mittwoch mit 77 : 14 Stimmen denn auch beschlossen. Der Regierungsrat hat nun den Auftrag, nach der Einführung des Krebsregisters die beiden Krebs-Früherkennungsprogramme Mammografie-Screening und Darmkrebs-Screening einzuführen. Einführen, nicht prüfen.

Dagegen stellte sich nur die SVP-Fraktion. Es gelte die Eigenverantwortung zu fördern, sagte Sprecherin Stephanie Ritschard (Riedholz). Das erreiche man nicht mit flächendeckenden Früherkennungsprogrammen auch für Personen ohne erhöhtes Risiko. Hier sei die Kontroverse um die Brustkrebs-Vorsorge nicht kleiner geworden, der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner gab im Ratssaal die Zusicherung ab, dass beide Vorsorgeprogramme gleichzeitig vorgelegt würden. Hier herrschte im Rat doch einige Skepsis, nachdem der Auftrag zum Mammografie-Screening ja schon seit November 2010 hängig ist und nun mit der Neufassung als erledigt abgeschrieben werden sollte.

Das habe die Regierung schon zwei Mal versucht, das sei an der Grenze der politischen Redlichkeit, meinte Verena Meyer (FDP, Buchegg). Der Abschreibung des alten Auftrags stimmte der Rat denn auch nur denkbar knapp mit 46:45 Stimmen zu.