Seine Augen leuchten, während er vom Leclanché-Element erzählt, der ältesten Batterie der Schweiz. Er zeigt, wie man von Hand Strom erzeugen kann, und berichtet, dass schon der Topmanager von McDonald’s und die Wikipediagruppe im Museum zu Besuch waren. In den letzten dreissig Jahren hat er rund 10'000 Menschen das alte Kraftwerk in Luterbach, das älteste betriebsfähige Elektrizitätswerk im Kanton, gezeigt. Stolz erzählt er, dass die Turbine noch genau gleich gut läuft wie bei der Inbetriebnahme 1888 vor 131 Jahren.

Für die Besuchenden wird die alte Turbine jeweils angelassen, denn das ist das Ziel des Industriemuseums: die historische Technik in echt zu erleben, statt nur nostalgisch die Maschinen zu bestaunen. Zuber erklärt, wie 1872 die Kammgarn-Spinnerei gegründet wurde, wo Schafwolle zu Faden verarbeitet wurde. Der Pionierbetrieb der Solothurner Industrialisierung sei das gewesen. Als 1884 auch noch eine Weberei eröffnet wurde, benötigte die Fabrik mehr Strom und das Kraftwerk in Luterbach am Emmenkanal wurde erbaut. «Das Elektrizitätswerk ist ein Stück Kultur- und Arbeitshistorik. Wir wollen es nicht nur um der Nostalgie willen zeigen, sondern auch die historischen Zusammenhänge der technischen Entwicklung im Kanton erklären.»

Viele Einzigartigkeiten und Stoff zum Lernen

Die zu bewundernden Instrumente und Maschinen im Museum sind wahrlich beeindruckend: Ob das grosse Kammrad mit den echten Holzzähnen, der deckenhohe Grossdieselmotor von Sulzer – wohl weltweit das einzige noch existierende Modell – oder die gesamte Anlage mit der verglasten Maschinenhalle: Man kann Zubers Faszination gut nachvollziehen. Auch der Anbau von 1988, der dazumal das modernste Elektrizitätswerk der Welt war, da die Überwachung bereits digital lief, lässt einen staunen. Pro Jahr liefert es noch heute 450 Haushalten den nötigen Strom. Neues können alle im Museum lernen. Zuber bringt es auf den Punkt: «Der Strom an sich ist immer noch der gleiche wie vor 130 Jahren. Darum herum hat sich aber technisch viel entwickelt.»