Ständeratswahlen

Im Herbst sind Wahlen – die fünf Solothurner Kandidaten machen sich bisher aber kaum bemerkbar

Im Kanton Aargau ist der Wahlkampf um die beiden freiwerdenden Ständeratssitze lanciert. Im Solothurnischen geht es – gelinde gesagt – deutlich gemächlicher zu. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Beide Bisherigen, Roberto Zanetti (SP) und Pirmin Bischof (CVP), treten nochmals an – zur Wahl um ihre dritte Amtszeit im Ständerat.

«Die Aufmerksamkeitsspanne der Leute wird immer kürzer», weiss zudem Zanetti aus Erfahrung. «So richtig losgehen dürfte es nach den Sommerferien.» Niemand beabsichtigt mit einer Ein-Mann-Show ins Rampenlicht zu treten. Aus Gründen der Effizienz und Kosten fahren alle nominierenden Parteien ein Gesamtpaket aus Nationalrats- und Ständeratswahlkampf.

Eine Auswahl bieten

Mit der Bevölkerung auf Tuchfühlung gehen. Erst zuhören und dann Lösungen präsentieren. Die Themen: Klima und Umweltschutz, Europa, Altersvorsorge, Migration und Finanzen. So lautet der gemeinsame Nenner der fünf Männer, die für Solothurn im Oktober ins Stöckli einziehen wollen. Die Rezepte, nach denen sie diese Themen wollen, unterscheiden sich hingegen je nach politischer Couleur. Zähl- und messbare Wahlversprechen macht allerdings niemand.

Die Herausforderer, Nationalrat und Kantonalparteipräsident Christian Imark (SVP), Kantonalparteipräsident Stefan Nünlist (FDP) und Kantonsrat Felix Wettstein (Grüne), teilen ihre Motivation. Sie wollen der Bevölkerung eine echte Wahl im Sinn von Auswahl bieten. «Als stärkste Partei muss die FDP sich um das Stöckli bewerben, um die Bevölkerung angemessen zu vertreten», argumentiert Nünlist.

Derweilen ist sich Wettstein bewusst, dass «meine Kandidatur auch in der Partei für manche Leute eine Überraschung war.» Er ist überzeugt: «Das grüne Gedankengut muss sich Gehör verschaffen, gerade auch im Ständerat.» Imark will dort die Interessen der Kleinunternehmer vertreten und als 37-Jähriger die Sicht der jungen Generation: «Ich bin der einzige Kandidat, der nicht um die sechzig ist und habe bereits genügend politische Erfahrung. Zudem ist der Ständerat mit seiner sorgfältigen lösungs- und kompromissorientierten Arbeit für mich das ideale Gremium.»

Sie werden gern eingeladen

«Man muss mich nur einladen», antwortet Stefan Nünlist auf die Frage, wie er seine Politik unters Volk bringen will. Eine Aussage, die die übrigen Kandidaten unterstützen, wenn auch Pirmin Bischof und Roberto Zanetti betonen, dass die Sessions- und Kommissionstermine im Ständerat für sie Vorrang haben. Die beiden Bisherigen profitieren von den Besuchern im Bundeshaus, um den Puls der Bevölkerung zu fühlen, besonders bei den Schulklassen. «Was Schülerinnen und Schülern alles auffällt und die Fragen, die sie stellen, da kann ich oft nur sagen: ‹Chapeau», so Pirmin Bischof.

Christian Imark plant, sich in möglichst vielen Dörfern am Stammtisch umzuhören, Felix Wettstein will am Frauenstreik im Service Hintergrundarbeit leisten und an den az Leserwanderungen mit den Leuten ins Gespräch kommen. Der Auftakt seiner persönlichen Kampagne war ein Streitgespräch in der Jugendherberge Solothurn letzte Woche.

Hoffnung auf Streitgespräche

Messen, wie die HESO, bieten überdies willkommene Plattformen, um den Leuten zuzuhören und die eigene Meinung kundzutun. Alle Stöckli-Anwärter hoffen ausserdem auf zwei oder drei Streitgespräche organisiert von Medienseite. «Denn das Streitgespräch ist ein gutes Mittel für die Bevölkerung, um sich eine Meinung zu bilden», sagt Pirmin Bischof, der sich auf den Wahlkampf freut, und fügt an: «‹Bisher› ist für sich allein genommen kein Leistungsausweis in der Politik.

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