Da planten Dutzende Leute über eine lange Zeit am neuen Bürgerspital. Doch erst als man schon längst baute, wurde bemerkt, dass es gar nicht so praktisch ist, den Helikopterlandeplatz auf dem Dach des neuen Bettenhauses zu platzieren. Zwei separate Liftanlagen müssten benutzt werden, wenn die Patienten vom Dach in die Notfallstation im Erdgeschoss gebracht würden, und rund 110 Meter müssten sie geschoben werden. Deshalb sind nun die Pläne geändert worden. Neu soll der Landeplatz ebenerdig, direkt neben der Notfallstation angelegt werden.

Keine Freude an diesen Plänen hat jedoch der Axa-Versicherungskonzern. Denn er hat kürzlich vom Kanton das Schöngrün-Areal neben dem Bürgerspital gekauft, wo eine grosse Wohnüberbauung geplant ist. Jetzt ist der Landeplatz näher an dem Land, das die Axa vom Kanton gekauft hat. Der Lärm rückt näher an die Wohnungen.

Pikant: Gesagt hat der Kanton dem Versicherungskonzern davon nichts, als er ihm das Land verkaufte – obwohl die Pläne offenbar schon bekannt waren.

Deshalb hat die Axa Einsprache gegen die Planänderung des Kantons gemacht. Sie befürchtet einen Wertverlust ihres Landes und fordert vom Kanton eine Entschädigung für die Mehrkosten bei der Überbauung und den Minderwert des Grundstücks. Schliesslich könne die Überbauung möglicherweise nicht mehr ganz wie geplant realisiert werden. Es brauche etwa Lärmschutzfenster und eine bessere Schalldämmung.

Anwohner müssen Lärm dulden

Allerdings blieb die Beschwerde nun chancenlos. Das Verwaltungsgericht hat sie soeben abgelehnt. Wer neben dem Spital wohnt, der muss mit Lärm von Hubschraubern oder Ambulanzfahrzeugen rechnen, schreibt das Gericht in seinem Urteil. «Als Anwohner eines Spitals ist der Verkehr von Ambulanzen und Rettungshelikoptern hinzunehmen.» Ein Spital verursache unvermeidlich Lärm. Durchschnittlich gab es zwischen 2009 und 2015 35 Flüge pro Jahr. «Die grösste denkbare Störung in der künftigen Überbauung «Schöngrün» besteht darin, ca. fünfmal pro Jahr nachts von einem Rettungshelikopter geweckt zu werden. Die ist zumutbar.»

Diese Störung, schlagen die Richter vor, könne «noch minimiert werden, indem man im westlichsten Wohngebäude des Baufelds A die Schlafzimmer nicht gegen Norden ausrichtet.» Ob die Axa den Entscheid vor Bundesgericht weiterzieht oder vom Kanton eine Entschädigung verlangen wird, ist nicht bekannt. Eine entsprechende Anfrage ist nicht beantwortet worden.

Seitenhieb gegen die Planer

Trotz ihres «O.K.» zur Verschiebung lassen die Richter in ihrem Urteil auch ein gewisses Stirnrunzeln darüber durchschimmern, dass man einen Helikopterlandeplatz zuerst auf dem Dach plant und erst später merkt, dass dies nicht praktisch ist. «Es erstaunt indes sehr, dass dies nicht bereits bei der umfangreichen Planung und insbesondere der späteren Genehmigung aufgefallen ist, zumal das Notfallszenario doch ein wesentliches Kriterium bei einer Spitalplanung darstellt», schreiben die Richter. «In eine solche Abklärung sind verschiedene Personen involviert, weshalb umso unverständliche ist, dass die Untauglichkeit der ersten Lösung nicht früher erkannt wurde.»