Solothurner Gemeinden
Im Durchschnitt tiefere Steuern, grosse Unterschiede bei Gebühren

19 Solothurner Gemeinden haben für dieses Jahr die Steuern gesenkt, rund 66'000 Einwohner profitieren davon. Aber massive Unterschiede bei den Gebühren zum Beispiel für das Abwasser oder auch bei der Hundesteuer können einen kleinen Steuervorteil einer Gemeinde wieder aufwiegen.

Urs Moser
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Die Abwasserverbrauchsgebühren reichen von 50 Rappen bis 4 Franken pro Kubikmeter.

Die Abwasserverbrauchsgebühren reichen von 50 Rappen bis 4 Franken pro Kubikmeter.

(az)

Das Amt für Gemeinden hat sein jährliches Bulletin «Steuerfüsse und Gebühren der Solothurner Gemeinden» veröffentlicht. Die Zahlen in einer bereits an dieser Stelle zusammengetragenen Übersicht sind bestätigt: Der seit einigen Jahren anhaltende Trend zu Steuersenkungen hält an, 19 Gemeinden haben für das laufende Jahr den Steuerfuss gesenkt. Damit kommen rund 66'000 Einwohner
in den Genuss einer tieferen Steuerbemessung. Die Steuern erhöht haben nur Obergerlafingen und Gretzenbach, was für rund 4000 Einwohner zu einer höheren Steuerlast führt. Der durchschnittliche Steuerfuss liegt jetzt bei 117,3 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Gewichtet man den Steuerfuss der Einwohnergemeinden mit der jeweiligen Wohnbevölkerung, ergibt sich ein mittlerer Gemeindesteuersatz pro Einwohner von 115,4 Prozent (Vorjahr 116 Prozent). Der Steuerbezug liegt in 40 Gemeinden unter und in 69 Gemeinden über diesem gewichteten Durchschnitt und variiert von 65 Prozent (Kammersrohr) bis 140 Prozent (Holderbank). In Bezug auf die Gesamtbevölkerung zeige sich ein ausgewogeneres Bild als im Vergleich der Steuerfussunterschiede, heisst es im Bulletin des Amts für Gemeinden: So liege die Gemeindesteuerbelastung für 150'728 Einwohner oder 54,8 Prozent über und für 124'020 Einwohner oder 45, 2 Prozent der Bevölkerung unter dem gewichteten Steuerfussmittel.

Die Gesamtbelastung eines Hauhalts hängt neben dem Steuersatz aber auch von den verschiedenen Gebühren ab, die neben den Steuern zu entrichten sind und zum Teil erheblich variieren, was unter Umständen Steuerfussunterschiede unter dem Strich wettmachen kann. Ein Vergleich ist hier allerdings aufgrund der uneinheitlichen Tarifsysteme etwas schwierig. So verlangen etwa bei der Wasserversorgung 76 Gemeinden eine Grundgebühr zwischen 10 und 250 Franken pro Haushalt und zehn Gemeinden eine Grundgebühr nach zonengewichteter Fläche zwischen 0,20 bis 1,90 Franken pro Quadratmeter. Die einfach zu vergleichenden Verbrauchsgebühren beim Abwasser reichen von 0,50 (Lostorf) bis 4 Franken (Wisen) pro Kubikmeter.

Immer wieder ein Gesprächsthema sind auch die Hundesteuern. Alle 109 Solothurner Gemeinden beziehen die Hundesteuer, sie variiert aber ebenfalls sehr stark. Der Durchschnitt liegt bei 114,60 Franken für den ersten und 116.30 Franken für jeden weiteren Hund. Die Ansätze reichen dabei von 70 (Unterramsern, Gempen) bis 170 Franken (Lohn-Ammannsegg, Olten).

Tiefere Steuern auch für juristische Personen

Was die Gemeindesteuern betrifft, so sind die Ansätze für dieses Jahr nicht nur für die natürlichen, sondern unbeeinflusst von der Unternehmenssteuerreform auch für die juristischen Personen gesunken.
Hier liegt der durchschnittliche Steuerfuss bei 112,1 Prozent und damit 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Der Wert liegt in 47 Gemeinden unter und in 62 Gemeinden über dem kantonalen Durchschnitt. 12 Gemeinden haben den Steuerfuss für juristische Personen gesenkt, in vier Gemeinden wurde er erhöht. Den höchsten Steuerfuss für juristische Personen hat mit 135 Prozent Matzendorf, den tiefsten mit 60 Prozent Däniken.