Viele Eltern wollen ihr Kind gleich nach der Geburt noch im Spital fotografieren lassen. Profi-Fotografen haben diesen Trend erkannt und verdienen ihr Geld mit Baby-Fotos. Das Universitätsspital Basel hat nun genug davon und hat die Zusammenarbeit auf den 1. Juli mit einem Unternehmen gekündet, wie das «Schweizer Radio und Fernsehen» SRF berichtet.

Bei diesem handelt es sich um das deutsche Unternehmen «Babysmile». Die Kündigung kommt nicht von ungefähr. Nach der Geburt seien die Mütter erschöpft und emotional aufgewühlt, da brauche es keine gewinnorientierte Unternehmen am Wochenbett, so die Mediensprecherin zu SRF. «Wir sind der Meinung, dass Verkaufsaktionen in einer Geburtsstation nichts zu suchen haben.»

Auch hätten teilweise Ärzte mit der Visite oder Untersuchung warten müssen, bis das Fotoshooting vorüber war. Laut SRF haben sich auch Müller in Internetforen über negative Erfahrungen berichtet. Zwei Mütter schreiben gar von «Abzocke».

Keine negativen Erfahrungen

Im Bürgerspital Solothurn hat man andere Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht. «Sowohl das Bürgerspital in Solothurn als auch das Kantonspital in Olten arbeiten seit zwei Jahren mit dem Unternehmen ‹Babysmile› zusammen», meint Eric Send, Mediensprecher des Bürgerspitals. «Die meisten unserer Mütter sind mit den Fotografen sehr zufrieden.»

So sei es momentan kein Thema, die Zusammenarbeit mit «Babysmile» zu beenden. «Sollte sich eine Mutter über einen der Fotografen beschweren, weil sie sich bedrängt oder anderweitig durch den Fotografen gestört fühlt, wäre dies für uns jedoch ein Grund, sofort zu reagieren», betont Send. «Allfällige Beschwerden werden eingehend geprüft und gegebenenfalls würden wir auch die weitere Zusammenarbeit mit ‹Babysmile› infrage stellen.»

Ob die frischgebackenen Mütter vom Angebot der professionellen Fotografen Gebrauch machen möchten, sei in jedem Fall ihre eigene Entscheidung. «Nach der Geburt kann die Mutter entscheiden, ob Sie die Fotos machen lassen möchte oder nicht. Will sie dies nicht, wird sie auch nicht von dem Fotografen kontaktiert», so Send. «Wenn sie die Fotos machen lassen will, kommt der Fotograf erst einige Tage nach der Geburt. So können sich Mutter und Kind erst erholen.»

Dass ein Fotograf vor Ort ist, ist für Send wichtig. «Die Zusammenarbeit mit den Fotografen funktioniert sehr gut und unsere Erfahrungen zeigen, dass der Dienst von den meisten Müttern gewünscht wird. Aus unserer Sicht ist dabei entscheidend, dass die Fotografin vor Ort das nötige Fingerspitzengefühl mitbringe. Das ist bei uns der Fall.» (jvi)