Däniken

Im AKW Gösgen standen 101 nicht geprüfte Druckmessumformer im Einsatz

Das AKW Gösgen hat die Teile ausgewechselt. (Archiv)

Das AKW Gösgen hat die Teile ausgewechselt. (Archiv)

Im Atomkraftwerk Gösgen standen insgesamt 101 nicht auf ihre Eignung für Störfallbedingungen geprüfte Druckmessumformer im Einsatz. Nachdem dies der AKW-Betreiber im Mai bemerkt hatte, wurden die Teile ausgewechselt.

Das Vorkommnis hatte eine Bedeutung für die nukleare Sicherheit, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht schreibt. Die Korrektur des Fehlers sei umgehend erfolgt.

Die Atomaufsicht ordnete den bislang nicht bekannten Fall auf der internationalen Ereignisskala Ines der Stufe 1 ("Anomalie") zu. Das Vorkommnis führte gemäss Ensi zu einer Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für einen Kernschaden in der Grössenördnung von 3 zu 1 Million.

Die Kernkraftwerk Gösgen AG (KKG) hatte am 19. Mai festgestellt, dass im Ringraum zwischen Reaktorgebäude-Aussenwand und Stahlbehälter insgesamt 101 Druckmessumformer im Einsatz standen, die nicht auf ihre Eignung für Störfallbedingungen geprüft waren.

Meldung von AKW im Ausland

Der Fehler sei erst aufgrund einer Meldung aus ausländischen Atomkraftwerken erkannt worden, schreibt das Ensi weiter. Die auf ihre Eignung bei Störfallbedingungen geprüften als auch die nicht geprüften Umformer würden die gleiche Typenbezeichnung des Herstellers tragen. Sie würde sich optisch nicht nennenswert unterscheiden.

Das Containment des AKW Gösgen besteht aus einer Stahldruckschale (Primärcontainment) und dem Reaktorgebäude (Sekundärcontainment). Der sich ausserhalb der Stahldruckschale befindende Teil des Reaktorgebäudes wird als Ringraum bezeichnet.

Durch diesen Ringraum verlaufen gemäss Ensi druckführende Leitungen. Beim Bruch einer solchen Leitung könne es zu einem Anstieg von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den nicht räumlich vom Ort des Schadens abgetrennten Teilen des Ringraums kommen. Dabei müsse mit einem Ausfall der nicht für diese Bedingungen geprüften Druckmessumformer gerechnet werden.

Die KKG tauschte die betroffenen Umformer während der am 1. Juni begonnen Jahresrevision aus. Die Atomaufsicht verlangte vom AKW-Betreiber eine Prüfung der Eignung aller sicherheitsrelevanten Messumformer im Primärcontainment und Ringraum, für die Anforderungen an die Störfallfestigkeit bestehen.

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