Für zwei Familien endete die Nacht auf Montag an der Wengistrasse 40 in Solothurn unermesslich tragisch. Zwei Elternpaare und je ein Kind haben ihr Leben verloren. Zurück bleiben drei Kinder, die durch das Brandunglück über Nacht zu Vollwaisen geworden sind. Dies hat die Kantonspolizei am Dienstagabend mitgeteilt.

Die eine, fünfköpfige Familie stammte aus Äthiopien. Die zweite, vierköpfige Familie aus Eritrea. Sie bewohnten je eine Wohnung im Haus. Die Eltern waren zwischen 27 und 33 Jahre alt. Eines der verstorbenen Kinder war im Schulalter, das andere ein Kleinkind.

Zurück bleiben drei Kinder aus den beiden Familien, die zu Waisen wurden. Sie sind derzeit im Spital. «Zwei davon sind schwer und eines mittelschwer verletzt», teilt die Kantonspolizei mit.
Die äthiopische Familie bewohnte eine der vier Wohnungen, die der Kanton Solothurn in der Liegenschaft gemietet hat. In diesen Wohnungen waren elf Personen aus dem Asylbereich untergebracht, wie die Chefin des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit, Claudia Hänzi, auf Anfrage mitteilt. «Bei diesen handelte es sich um Personen mit einem negativen Asylentscheid, die ausreisepflichtig waren», sagt Hänzi. Nicht unter der Obhut des Kantons war die Familie aus Eritrea. Ihr Aufenthaltsstatus ist nicht öffentlich bekannt.

«Die vier Wohnungen sind unserem Zentrum in Oberbuchsiten zugeordnet; wobei auch die Betreuung von dorther sicher gestellt wird», sagt Hänzi. Die Amtschefin betont: «Wir mieten lediglich Infrastruktur, bei welchen die zwingenden Brandschutzvorgaben eingehalten sind.

Das war auch bei den fraglichen Wohnungen der Fall.» In den Aussenwohnungen des Zentrums würden zudem nur Personen untergebracht, die in der Lage seien, selbstständig zu wohnen. «Aber auch in diesen Fällen sind regelmässige Kontakte und eine professionelle Betreuung durch die Zentren gewährleistet.»

Sechs Todesopfer nach Brand in Solothurn

Sechs Todesopfer nach Brand in Solothurn

In der Wengistrasse in Solothurn spielte sich heute Nacht eine Tragödie ab. Unter den sechs Opfern befinden sich auch Kinder.

Über 20 Personen waren in der Brandnacht im Haus. Nur neun Personen seien an der Adresse gemeldet gewesen, hatte Stadtpräsident Kurt Fluri am Montag gesagt. Dazu erklärt Claudia Hänzi: Die vom Kanton untergebrachten Personen müssten nicht ordentlich angemeldet werden. «Sie haben nur Aufenthalt in Solothurn und sind bei uns registriert. Der Stadt ist bekannt, dass wir diese Wohnungen gemietet haben.» Bei der Kantonspolizei betont man, dass die Wohnverhältnisse derzeit noch Gegenstand der laufenden Abklärungen seien.

Eine Zigarette hatte das Inferno ausgelöst. In diesem Zusammenhang hat die Polizei eine Person vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat seither eine Strafuntersuchung eröffnet