Kunstwerk
Hutter-Skulptur wird in luftiger Höhe wieder zusammengebaut

Die Eisenplastik von Schang Hutter wurde für 75'000 Franken saniert und am Donnerstagmorgen wieder bei der Kantonsschule Solothurn aufgebaut.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die restaurierten Stahlelemente liegen für den Aufbau bereit
14 Bilder
Stück für Stück wird die Skulptur zusammengesetzt
Stück für Stück wird die Skulptur zusammengesetzt
Der Aufbau wird von einem eingespielten Team durchgeführt
Künstler Reto Bärtschi überwacht den Aufbau
Die Elemente bestehen aus einer speziellen Stahllegierung
Er packt aber auch selbst mit an
Das Bedienen des Pneukrans erfordert höchste Konzentration
Eisenplastik von Schang Hutter wird bei der Kanti Solothurn aufgebaut
Die Skulptur spiegelt sich in den Fenstern der Kantonsschule
Das letzte grosse Element wird hochgehievt
Das letzte Element wird in Empfang genommen
Der einmalige Moment wird festgehalten
Die filigrane Skulptur kann auch stärksten Unwettern standhalten

Die restaurierten Stahlelemente liegen für den Aufbau bereit

Hanspeter Bärtschi

Als Monteur ein Kunst-Objekt einige Meter über dem Boden neu aufzubauen, das ist doch eher eine ungewöhnliche Aufgabe. Doch die Monteure der Firma Frey Metallbau aus Zuchwil und ein Kranführer der Firma Zaugg erledigten am Mittwoch und Donnerstag diese Arbeit präzise und ohne viel Aufsehen.

Es galt, die 22 Meter grosse Plastik des heute 82-jährigen Schang Hutter wieder zu errichten. Diese musste im November 2013 nach 18 Jahren aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Dabei war es nicht eigentlich die Metallkonstruktion, die Grund zur Besorgnis gab, sondern der Betonsockel der Skulptur. Dieser war im Laufe der Zeit statisch instabil und undicht geworden.

Jetzt konnte die Skulptur also wieder an ihren angestammten Platz neben dem Haller-Bau des Naturwissenschaftlichen Trakts der Kantonsschule Solothurn aufgebaut werden. Am Mittwoch wurde bereits der neue Sockel einbetoniert und gleich auch mit dem Aufbau der ersten Elemente der Skulptur begonnen. Donnerstagvormittag wurden die weiteren Metallteile angebracht.

Reto Bärtschi dirigierte

Das ganze Prozedere wurde von Reto Bärtschi, selbst Künstler aus Wangenried und Assistent von Schang Hutter, begleitet. Er hatte genaue Skizzen und Angaben zur Hand, die anzeigten, wie die Teile der Skulptur montiert werden mussten.

«Schang Hutter gab zur Restauration sein Einverständnis und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden», sagte Bärtschi. «Alle Teile wurden mit einem Korrosionsschutz versehen und werden jetzt mit neuen Muttern angeschraubt», so Bärtschi. «Die Skulptur hält jetzt sicher. Die Berechnungen lassen Mehrbelastungen um ein Vielfaches zu.»

Jedes einzelne Element der Skulptur musste per Kran zunächst in die Höhe gehievt werden. Oben warteten zwei Monteure auf ihrem luftigen Podest. Sie dirigierten den Kranführer via Handzeichen, damit das entsprechende Teil in die passende Lage gebracht werden konnte. So wurden alle Teile ineinandergesteckt und gut verschraubt. Millimeter-Arbeit in schwindelnder Höhe und bei kaltem Bies-Wetter.

Um die Mittagszeit war das Werk vollbracht und die weisse Skulptur – wer genau hinsieht, erkennt vier typische übereinander liegende Hutter-Figuren – kann sich wieder dem Himmel entgegenstrecken.

Wer zahlt künftige Sanierungen?

Die Sanierung der Skulptur kostete rund 75'000 Franken. Diesen Betrag übernimmt das Hochbauamt aus seinem Budgetposten für Gebäudeunterhalt.

Doch die Diskussion darüber, wer künftig für solche Unterhaltskosten an modernen Kunstwerken im öffentlichen Raum aufkommen soll, hat die Solothurner Politik beschäftigt. Ein entsprechender Auftrag des Solothurner FDP-Kantonsrats Urs Unterlerchner wurde vom Regierungsrat im vergangenen Februar für «erheblich» erklärt.

Der Regierungsrat stellt in seiner Antwort fest, dass es innerhalb der Kantonsverwaltung verschiedene Amtsstellen gebe, welche sich um den Unterhalt von Kunstwerken im öffentlichen Raum beschäftigen: das Amt für Kultur und Sport AKS und das Hochbauamt. Die Zusammenarbeit der beiden Ämter sei 2010 in groben Zügen geregelt worden. Doch wie der Auftrag jetzt umgesetzt wird, ist noch unbekannt.