Die Abschaffung gefordert hat mittels Petition Pia Fluri aus Bellach. Sie hält den Leinenzwang für nicht gerechtfertigt, wie sie in ihrem Schreiben an den Regierungsrat festhält. Denn schliesslich gebe es auf die mehreren Tausend Hunde im Kanton gerade einmal 40 Wildvorfälle pro Jahr. «Es trifft wieder mal die, die unschuldig sind», ist sie der Ansicht, dass unschuldige Hundehalter gestraft würden. Zudem sei ein jagender Hund, vor dem das Wild fliehen könne, natürlicher als wenn mehrere Jäger unterwegs seien. Dann habe das Wild nämlich gar keine Chance zur Flucht. Sollte der Leinenzwang beibehalten werden, dürften aus Gründen der Gleichberechtigung weder Jogger in den Wald, noch Velos, noch dürfe gebrätelt werden, schreibt die Erstunterzeichnerin der Petition.

Anders sieht dies allerdings der Regierungsrat. Er schreibt in seiner Antwort, dass es immerhin 18'000 Hunde im Kanton gebe. Und 2017 sei es wegen Nichteinhaltens der Leinenpflicht zu elf Verurteilungen gekommen. «Dabei wurden neun Rehe Opfer von Hundeattacken.» Weitere 21 tote Rehe habe die Jagdaufsicht 2018 gefunden. Viele Fälle würden im Wald wohl gar nicht bemerkt. «Die Ausdehnung der Leinenpflicht auf die vier Monate von April bis Juli entspricht sehr realistisch der Setz- und Brutzeit unserer einheimschen Wildtiere», verteidigt der Regierungsrat die viermonatige Leinenpflicht, die auch die Nachbarkantone Aargau, Basel-Landschaft und Luzern kennen. Mit einer gleich langen Frist verhindere man «Hundetourismus» aus anderen Kantonen, heisst es aus dem Rathaus weiter.

Der Regierungsrat hatte die Verlängerung der Leinenpflicht von zwei auf vier Monate mit der neuen Jagdverordnung 2017 eingeführt. Das Geschäft war damals bereits heftig umstritten. Der Kantonsrat ergriff zweimal das Veto gegen die Vorlage. Diese kam erst durch, nachdem der Regierungsrat nur auf eine Leinenpflicht im Wald bestanden und den Leinenzwang bis zu 100 Meter Entfernung vom Wald aus dem Gesetz gestrichen hatte. (lfh)