Eine Velofahrerin mit Hund an der Leine hat die Patrouille am Dienstagnachmittag beim Jumbo in Solothurn angehalten. Der Vierbeiner hechelt. «Der Hund könnte Schmerzen bekommen», lässt der Polizist verlauten. Die Frau nickt. 

Das Thermometer zeigt 34 Grad. Bei der momentanen Hitze erhitzt sich der Belag stark. Während Menschen durch die Schuhsolen davor geschützt sind, werden die Hundeballen auf dem heissen Boden rasch trocken und spröde und können sich sogar schälen. Sind die Vierbeiner auf heissem Belag unterwegs, kann dies zu grossen Schmerzen an den empfindlichen Pfoten führen. 

Das haben die Polizisten erkannt und die Frau darauf aufmerksam gemacht. «Stellt die Polizei im Rahmen der ordentlichen Patrouillentätigkeit entsprechende Vorkommnisse fest, wird die Polizei aktiv», teilt Thomas Kummer vom Mediendienst der Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage mit.

So würde eine Patrouille auch sofort reagieren, wenn sie einen Hund im geschlossenen Auto entdecken würde. Erst letztes Wochenende starb im Kanton Nidwalden ein Hund, weil er im geschlossenen Auto zurück gelassen wurde. Die Polizei konnte den Sennenhund-Mischling zwar lebend aus dem überhitzten Fahrzeug bergen. Er starb aber später beim Tierarzt.

Auch im Kanton Solothurn hat die Polizei dieses Jahr schon eingreifen müssen. «Letztmals am Dienstagmorgen in der Region Grenchen, wo eine Passantin einen Hund in einem verschlossenen Auto feststellte. Sie hat richtig reagiert und sofort die Polizei verständigt», so Thomas Kummer. Wie sollen Personen vorgehen, die einen Hund – oder auch ein Kind – im Auto entdecken? «Je nach Standort des Fahrzeuges und vorhandenen Möglichkeiten sollte der Autohalter ausgerufen werden», erklärt der Mediensprecher. «Besteht diese Möglichkeit nicht und/oder ist der Halter nicht auffindbar, ist die Polizei sofort zu avisieren.» 

Und was, wenn der Passant selbst die Scheibe einschlägt, um den Vierbeiner möglichst rasch zu retten: Muss er oder sie dann eine Strafe befürchten? «Ja», heisst es klar von seiten der Polizei. «Der Geschädigte kann eine Strafanzeige einreichen. Besser ist es sofort die Polizei zu avisieren.»

Todesfälle hat es laut Polizei in den letzten Jahren keine gegeben. (ldu)