Am 1. August geht’s los: Das umgebaute Kurhaus auf dem Solothurner Hausberg inklusive Panoramakubus sowie der neue Spielplatz werden eröffnet. Laut Mediensprecherin Gabriela Krummenacher plant man eine «berauschende» Eröffnungsfeier – inklusive Bundesratsbesuch und Musikfestival. Vier Tage lang wird gefeiert. Für die Gäste ist das Programm gratis. Kostenpunkt der Eröffnung für das Hotel: 250'000 Franken – noch ohne internen Personalaufwand. «Die Vorbereitungen laufen bereits seit mehreren Monaten auf Hochtouren», so Krummenacher.

Dazu gehört auch die Sponsorensuche. Man habe bisherige und potenzielle Partner und Lieferanten, sowie «Freunde und Nachbaren» für ein Sponsoring angefragt. Dabei verschickte das Hotel Anfragen – genauer gesagt tat dies die Hotel Weissenstein AG, Besitzerin des Kurhauses. Dazu gehören das Davoser Hotelier-Ehepaar Umiker sowie der Bauunternehmer Urs Hofmann.

Möglich ist das Sponsoring in der Form von «Packages». Die Beiträge reichen laut Krummenacher von einigen Hundert bis mehrere Tausend Franken – genauere Angaben könne man nicht machen. Es seien aber auch «kleinere» Beiträge in der Form von Standaktionen vor Ort im Wert von unter 500 Franken möglich. Man werde von fast allen Angefragten unterstützt, so die Mediensprecherin. Darunter auch teils «grosse Engagements». Mitmachen wollen beim Sponsoring aber nicht alle. Einigen Angefragten stösst es gar sauer auf, dass sie eine grosse Feier mitfinanzieren sollen.

Zu viel verlangt?

Als «legitim» und für ein privates Unternehmen «üblich» bezeichnet Jürgen Hofer, Geschäftsführer von Region Solothurn Tourismus, das Vorgehen des Hotel Weissenstein. Die Tourismusorganisation macht aber nicht mit beim Sponsoring. Denn: Es sei schlicht nicht die Aufgabe der Tourismusregion, die Feier zu finanzieren – auch wenn die Investition des privaten Unternehmens auf dem Solothurner Hausberg sehr wichtig für die Region sei, so Hofer. Eine Unterstützung mit Gutscheinen etwa für Stadtführungen könne man sich eher vorstellen. Dies wäre «adäquat».

Auch die Seilbahn, die mit ihren Hauptsponsoren – darunter AEK und GAW – auftritt, verzichtet auf einen direkten finanziellen Beitrag. Dafür plant man eine Gutscheinaktion für alle Seilbahnpassagiere während der Feier. Diese sollen einen Getränkebon erhalten. Kritik am Vorgehen des Hotels gibt es hier – trotz Verzicht auf Sponsoring mittels einer der vorgeschlagenen Geldspritzen – nicht.

Unter der Hand heisst es da und dort aber auch, die vorgeschlagenen Beiträge seien gar hoch. So finde das Hotel keine Unterstützer – und müsse die Feier am Schluss selbst bezahlten. Genaueres – auch zu den Beiträgen – ist jedoch auch hier nicht zu erfahren.

«Nicht weiter tragisch»

Sind die Pläne für die Feier zu gross, die erwünschten Sponsoringbeiträge überrissen? Die inoffizielle Kritik gelangte bisher nicht direkt zu den Hotelverantwortlichen. Negative Rückmeldungen habe man keine erhalten, so Krummenacher. «Kritik an gewissen Vorgehensweisen gibt es immer, das ist uns durchaus bewusst», so die Mediensprecherin. Aber: «Jede Firma und jeder Betrieb darf natürlich selber entscheiden, ob ein Sponsoring an unserer Feier in ihre Strategie passt und ob sie die finanziellen Mittel dazu haben.» Wenn dem nicht so sei, sei dies auch nicht weiter tragisch. Zudem sei es in der Privatwirtschaft üblich, für Grossanlässe – «speziell wenn sie für die Öffentlichkeit gratis sind» - potenzielle Sponsoren anzufragen.

Laut Krummenacher steht der Feier auch nichts mehr im Wege. Nebst den Sponsoren, die bereits an Bord seien, werde sich auch der Verwaltungsrat des Hotels mit einem Beitrag an der Eröffnungsfeier im August beteiligen.