Coronavirus Kanton Solothurn

Hospitalisierungszahlen sind leicht höher — stecken sich vermehrt Personen aus Risikogruppen an?

Derzeit werden in den Spitälern des Kantons vier Personen behandelt, die am Coronavirus erkrankt sind.

Derzeit werden in den Spitälern des Kantons vier Personen behandelt, die am Coronavirus erkrankt sind.

Über das Wochenende vermeldet der Kanton Solothurn 23 neu positiv auf das Coronavirus getestete Personen, vier Personen befinden sich momentan im Spital. Die neu erlaubten Grossveranstaltungen will der Kanton im Auge behalten, um einen Anstieg der Erkrankungen zu vermeiden.

Nach wie vor gehört der Kanton Solothurn nicht zu den nationalen Corona-Hotspots: Bisher wurden im Kanton 916 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, inklusive der 23 neuen Fälle, die über das Wochenende dazu kamen. In Spitalpflege befinden sich vier Personen; vor Wochenfrist waren es allerdings auch schon sieben.

Risikogruppen wieder stärker gefährdet?

In den Wochen davor war die Zahl der hospitalisierten Personen jeweils tiefer: In der ersten Septemberwoche gab es Tage, an denen keine Covid-19-Patienten im Spital gepflegt werden mussten, an weiteren Tagen befand sich nur eine Person in Spitalpflege. In der zweiten Septemberwoche waren es maximal zwei Patienten, die im Spital behandelt wurden.

Während die Zahl der Personen, die im Spital behandelt werden müssen, tendenziell leicht angestiegen ist, ist die Zahl der neu getesteten Erkrankungsfälle leicht rückläufig. Ist die grössere Zahl der hospitalisierten Erkrankungsfälle also ein Zeichen dafür, dass sich vermehrt Personen aus Risikogruppen anstecken? Denn während der Sommermonate war die Zahl der in der Schweiz hospitalisierten Personen unter anderem deshalb tief, weil sich vermehrt jüngere Menschen mit dem Virus angesteckt haben.

Eindeutig feststellen lässt sich dies nicht, so Kantonsarzt Lukas Fenner auf Anfrage. «Schweizweit lässt sich ein Trend feststellen, dass sich die Altersgruppen wieder in das höhere Alter verschieben könnten. Aufgrund der kleinen Fallzahlen im Kanton Solothurn lässt sich dieser Trend nur vermuten, aber nicht bestätigen», so der Kantonsarzt.

Grundsätzlich sei es bei steigenden Fallzahlen zu erwarten, dass sich auch wieder mehr ältere Leute anstecken. «Kritische Institutionen diesbezüglich sind wie seit Beginn der Epidemie Alters- und Pflegeheime. Diese haben ihre Schutzkonzepte erarbeitet und wir stehen mit diesen in engem Austausch», erklärt Fenner.

Massnahmen umsetzen  – Afterpartys meiden

Bei den anstehenden Grossveranstaltungen, die nun wieder erlaubt sind, will der Kanton genau hinschauen, um einen Anstieg der Fallzahlen zu verhindern. Jede Grossveranstaltung braucht eine Bewilligung des Departements des Innern, die definierten Schutzmassnahmen dafür müssen «konsequent umgesetzt werden», hält das Gesundheitsamt fest. «Je nach epidemiologischer Entwicklung oder wenn die im Schutzkonzept vorgesehenen Massnahmen nicht eingehalten werden, kann die Bewilligung kurzfristig entzogen werden», heisst es weiter.

Aber nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Gäste stehen laut dem Gesundheitsamt in der Pflicht, um einen Anstieg der Fallzahlen zu vermeiden. So sei es wichtig, bei der Anreise an die Veranstaltungen die bekannten Schutzmassnahmen einzuhalten, und sich auch vor und nach den Veranstaltungen an die Regeln zu halten. Sprich: Afterpartys und gemeinsames Vorglühen in grossen Gruppen sind nicht erwünscht.

Autor

Rebekka Balzarini

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