Jungunternehmer
Holundria - Diese Weissweinlimonade soll die Schweiz erobern

Die drei Solothurner Jungunternehmer Gabriel Gimber, Ueli Wüthrich und Patrick Tobler wollen die Weissweinlimonade Holundria gross herausbringen und entern den Getränkemarkt. Dank Kooperation mit Heineken hoffen sie auf schweizweiten Erfolg.

Lea Durrer
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Holundria - Weissweinlimonade aus Solothurn
8 Bilder
Sie bilden die Freundwerk GmbH mit Sitz in Lohn-Ammannsegg.
Abgefüllt werden die Holundria-Flaschen in der Ostschweiz.
Die Holundria-Etiketten auf Rollen
Fertige Flaschen mit bereits aufgeklebten Etiketten.
Die Flaschen landen in Kartonschachteln im Verkauf. Holundria wird seit Februar von Heineken vertrieben
Bisher gibt es drei Sorten: Holundria Enzian, Original und Ingwer
Holundria sollten am besten eisgekühlt getrunken werden

Holundria - Weissweinlimonade aus Solothurn

Zur Verfügung gestellt

Sie ist nicht besonders prickelnd, die Aussicht vom Büro im 1. Stock des Canva-Gebäudes in Zuchwil. Woran es im modern eingerichteten Raum allerdings nicht fehlt, ist Licht. Es fällt auf: zwei grosse Arbeitstische, ein Sofa und ein dunkler Salon-Tisch. Einige kleine Möbel, eine Kaffeemaschine und Kisten voller Holundria. «Die Kinobesitzer, denen das Gebäude gehört, haben uns gesagt, dass dies ein guter Platz sei. Einige Firmen hätten es von hier aus bis zu weltweiten Grossfirmen gebracht. Das ist doch ein gutes Omen», sagt Gabriel Gimber. Er selbst ist für die Kommunikation und die Designs der Freundwerk GmbH zuständig, die extra für das Holundria gegründet wurde. Seine Kollegen Ueli Wüthrich und Patrick Tobler sind zuständig für Finanzen und Vertrieb. Zusammen wollen sie die Solothurner Weissweinlimonade gross rausbringen. Der 37-jährige Patrick Tobler weilt gerade für einen Holundria-Song in Frankreich, weshalb sich nur zwei der Holundria-Köpfe zum Gespräch einfinden. Weissweinlimonaden werden an diesem Nachmittag aber nicht konsumiert. Die beiden Herren trinken Kaffee. Doch eigentlich könne Holundria zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken werden, betont Ueli Wüthrich. «Auch das ganze Jahr über. Da gibt es keine Einschränkung.»

Heineken als Partner

Die beiden sind überzeugt: Das Solothurner Mischgetränk auf Weissweinbasis erobert die Schweiz. Das soll Heineken als Vertriebspartner ermöglichen. Die Nummer zwei im Schweizer Getränkemarkt bietet Holundria seit Februar in ihrem Sortiment an. Warum? «Wir möchten in allen Getränkekategorien attraktive Produkte anbieten und sind deshalb immer an Innovationen im Getränkemarkt interessiert», heisst es auf Anfrage bei Heineken. Das Unternehmen ist überzeugt, dass die Holundria-Sorten sehr beliebt sein werden. Ebenso sind es die Erfinder. «Andere Wein-Mischgetränke in dieser Art gibt es nicht auf dem Markt», so Gabriel Gimber. Ausserdem seien Ingwer und Enzian Geschmacksrichtungen, die sich bei anderen Getränken nicht so häufig finden lassen würden. «Wir wollen nicht die bekannten Geschmäcker Passionsfrucht oder Mango. Wir suchen das Spezielle», so Gimber.

Der Deal mit Heineken wurde jedoch nicht vom einen Tag auf den anderen abgeschlossen. Bereits vor einem Jahr habe man vorsichtig angeklopft, erklärt Wüthrich. Jetzt hat es geklappt. Die «Mélange» der drei wird als ideale Voraussetzung angesehen, um den schweizweiten Markteintritt anzugehen – Patrick Tobler kommt aus dem Getränkebusiness, Ueli Wüthrich aus der Gastronomie und Gabriel Gimber aus der grafischen Ecke. «Daraus entsteht viel Fruchtbares», sagt Wüthrich.

Grundsätzlich geändert hat sich für die Freundwerk GmbH mit dem Heineken-Deal (noch) nicht viel. Die Arbeiten wurden synchronisiert, die Produktion ist gewachsen und die Weinlimo wird von einer Zürcher Agentur schweizweit beworben. Jetzt werden nicht mehr länger versuchshalber Flaschen abgefüllt und in den Testmärkten Solothurn, Bern und Oberland verkauft. «Wir streuen sie breiter», so Wüthrich. Für den selbstständigen Gastronomie-Berater hat die Expansion aber Auswirkungen auf sein berufliches Engagement.

Der 42-Jährige nimmt derzeit keine Aufträge an. Ganz aufs «Holundria-Pferd» setzen kann aber noch niemand, «obwohl wir sehr überzeugt vom Produkt sind», betont er. Auch für Gabriel Gimber, der ein Unternehmen im Bereich 3-D-Visualisierung führt, ist es eine Zwischenphase. Sich nur noch auf Holundria zu konzentrieren, sei zu früh. «Diesen Schritt muss man sorgfältig planen.» Momentan würden sie sich in einer Phase befinden, in der alle 150 Prozent für die Lancierung geben müssten. Der 48-Jährige weiss: «Es kommen sehr lange Tage auf uns zu. Aber wenn es sich ums eigene ‹Baby› dreht, geht man anders damit um.» Der Spass an der Arbeit hat sie über all die Jahre vorangetrieben.

100 000 Flaschen im 2012

Grosse Zahlen finden sich noch nicht in den Holundria-Geschäftsbüchern. 2012 wurden 100 000 Flaschen verkauft – «ohne Marktbearbeitung», wie Gimber nur zu gerne betont. Damit verdient die Freundwerk GmbH kein Geld. «Wir müssen gross denken, wenn wir auch wirklich etwas verdienen wollen.» Das sei wichtig, denn das Unternehmen wolle die Freiräume haben, neue Sachen zu entwickeln. «Wir haben noch einige Ideen.»

Ein neues Holundria haben sie schon im Köcher. «Auf die zweite Jahreshälfte wird es etwas Neues geben», verrät Gimber. Was genau ist natürlich noch geheim. Nur so viel: In der Produktionsküche brodelt es. Die Männer können sich auch vorstellen, etwas abseits von Weisswein herzustellen. Wir lassen uns überraschen.

Holundria – abgefüllt in der Ostschweiz

Holundria ist ein Solothurner Ur-Getränk. Die Idee, die Weissweinlimo in die Flasche zu bringen, hatte Ueli Wüthrich vor rund fünf Jahren in der Solothurner Bar Solheure, die er mitinitiiert hatte. Wüthrich mixte danach so lange Weisswein und Holunderblüte, bis ihm die perfekte Mischung fürs Holundria-Original gelang. Seit 2010 wird das Mischgetränk mit einem Alkoholvolumengehalt von 4,5 Prozent in der 2,75-dl-Flasche angeboten. Mittlerweile sind mit Enzian (mit Enzianextrakt und Orange) und Ingwer zwei neue Geschmacksrichtungen erhältlich.
Holunderblütenextrakte gehören zu jedem Holundria. Abgefüllt wird das Getränk auf einem Weingut in der Ostschweiz. Die Frucht-und Blütenextrakte werden von einer Zürcher Firma hergestellt. Verwendet wird echter Zucker, denn «künstliche Süssstoffe verfälschen den Geschmack», so Gabriel Gimber. (ldu)

Mehr Infos und Online-Bestellung unter www.holundria.ch und www.facebook.com/holundria

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