soH-Lohnpolitik

Hohe soH-Löhne geben im Kantonsrat zu reden

Das Spital in Dornach ist eines der Spitäler der Solothurner Spitäler AG.

Das Spital in Dornach ist eines der Spitäler der Solothurner Spitäler AG.

Die Spitzengehälter bei der Solothurner Spitäler AG lösten im Kantonsrat verbreiteten Unmut aus. «Eigentlich läuft dort sehr viel, das die Leute nicht mehr verstehen», sagte Interpellantin Doris Häfliger.

Im letzten September kam aus, dass die soH ihrem seit November 2012 amtierenden CEO Martin Häusermann mit Bewilligung des Regierungsrats einen um rund 100 000 Franken höheren Lohn zahlt als seinem Vorgänger Kurt Altermatt – und dass der bestverdienende Chefarzt der soH ein Einkommen von über einer halben Million Franken erzielen kann.

Auch ein halbes Jahr danach kam bei einer Interpellation im Kantonsrat viel Unverständnis und Kritik zum Ausdruck.

«Das Bürgerspital Solothurn war einmal unser Spital», meinte die Interpellantin Doris Häfliger (Grüne, Zuchwil) und fuhr fort: «Ist es unser Spital gewesen? Eigentlich läuft dort sehr viel, das die Leute nicht mehr verstehen.» Der mit dem Markt begründete Zuschlag von 30 Prozent für den neuen CEO löse ein Gefühl von Hilflosigkeit aus. Aber auch die Zusammensetzung der Geschäftsleitung irritierte Häfliger: «Von neun Mitgliedern ist noch eines aus dem Kanton Solothurn – wo führt das hin?» Die lokale Verankerung habe doch auch einen Wert.

Selbst im Schwarzbubenland hätten diese Fragen zu reden gegeben, berichtete FDP-Sprecher Christian Thalmann (Breitenbach). Gegen ein tieferes Lohnniveau spreche aber, dass die Solothurner bei den Leistungen der soH auch das gleiche Niveau wie in anderen Kantonen erwarteten. Beat Käch (FDP, Solothurn) hielt fest, der CEO-Lohn sei mit dem GAV nicht zu rechtfertigen. Käch regte an, die Abgabe der Spitalräumlichkeiten an Chefärzte zu überprüfen, wenn diese Einkommen von über 500 000 Franken erzielen könnten.

«Kader sollten Vorbilder sein und ihren Mitarbeitern in die Augen sehen können», sagte Thomas Studer (CVP, Selzach). «Zu hoffen ist, dass sie das bei der soH mit dieser Lohnpolitik noch können.» Luzia Stocker (SP, Olten) fand den «Markt» als Begründung für den Lohn des soH-CEO fragwürdig: Der Mangel an Fachpersonal in der Pflege sei gross, aber dort sei ein Lohnzuschlag kein Thema. Da bleibe ein bitterer Nachgeschmack.

Auch von der SVP kam Kritik; der grosse Lohnunterschied zum Vorgänger des CEO sei nicht löblich. «Wir wünschen uns, dass mehr auf die Verhältnisse im Kanton Solothurn geachtet wird und nicht auf Vergleiche mit anderen Kantonen», so Johannes Brons (Schönenwerd). «Das hat mich enorm gestört, denn die soH gehört allen», doppelte Albert Studer (Hägendorf) nach. «Dem Verwaltungsrat der soH fehlt es an Gespür, wie das in der solothurnischen Öffentlichkeit wahrgenommen wird.»

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