Nachgefragt

Hörgerätakustikerin: «Eine gewisse Hemmschwelle ist noch da»

Hörgeräte werden immer kleiner, was auch die Hemmschwelle senkt. (Symbolbild)

Hörgeräte werden immer kleiner, was auch die Hemmschwelle senkt. (Symbolbild)

Überwinden sich die Leute heute eher zum Tragen eines Hörgerätes als früher?

Franziska Bürki: Bei vielen Leuten ist wohl noch eine gewisse Hemmschwelle da. Vor 30 Jahren war die aber noch viel höher. Die Leute sehen ja auch, dass es heute wirklich kleine Geräte gibt. So finden sie eher den Mut, zu uns zu kommen und das Thema in Angriff zu nehmen.

Mit einer Brille beispielsweise tun sich viele weniger schwer. Warum?

Die Brille ist mit der Zeit zu einem Mode-Accessoire geworden – sie wurde auch von verschiedenen Designern aufgegriffen. Nebst Korrekturbrillen gibt es auch Sonnenbrillen. Diesen Modeaspekt hat man beim Hörgerät nicht.

Was ist mit einem Hörgerät heute alles machbar?

Man kann ganz klar einen Verlust verbessern – aber kein neues Ohr generieren. Es gibt Kunden, bei denen beispielsweise die Sprachverständlichkeit nicht bessert – egal, wie gut man das Gerät einstellt. Dies kommt zustande, wenn man zu lange mit einer Hörgeräteversorgung wartet und das Hirn verlernt hat, zu hören. In solchen Fällen ist gegebenenfalls beispielsweise die Operation bei einem Ohrenarzt eine Option.

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