Hochwasserschutz
Erste Bewährungsprobe bestanden: Die Emme schluckte das Hochwasser locker – doch die Vegetation hat gelitten

In den vergangenen Jahren wurden bei der Emme bei Biberist und Derendingen Hochwasserschutzmassnahmen getroffen. Bei den Hochwassern diesen Sommer kam es dann auch zu keinen Überschwemmungen. Doch weil die Ufer beschädigt wurden, müssen nun bereits wieder Bagger auffahren.

Raphael Karpf
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Die Emme bei Derendingen am 13. Juli 2021.

Die Emme bei Derendingen am 13. Juli 2021.

Bild: Rahel Meier

Man kann das Ganze positiv oder negativ sehen.

Positiv: Die Bewährungsprobe wurde locker bestanden. Dank der Hochwasserschutzmassnahmen, die in den vergangenen Jahren getroffen wurden, konnte die Emme bei Biberist und Derendingen die Wassermassen diesen Sommer locker schlucken. Ja, die 300'000 Liter Wasser pro Sekunde seien noch gar kein richtiger Test gewesen, sagt Projektleiter Roger Dürrenmatt. Mehr als die doppelte Wassermenge würde die Emme verkraften. Dürrenmatt: «Die richtige Prüfung kommt erst noch.»

Dann kann man es aber auch negativ sehen: Erst vergangenen Herbst wurde das Hochwasserschutz-Projekt abgeschlossen. Und die Einweihungsparty konnte noch nicht einmal gefeiert werden, weil sie wegen Corona verschoben werden musste. Doch kaum sind die Bagger weg, müssen sie schon wieder auffahren. Denn auch wenn die Wassermassen nicht über die Ufer traten, so richteten sie doch punktuell Schäden an.

Bei verschiedenen Abschnitten wurden ins Ufer nicht Steinblöcke, sondern Holz und Weidenstecklinge verbaut. Wenn diese Wurzeln schlagen, stabilisieren sie das Ufer. Sie haben einen ökologischen Wert. Und sie sehen schön aus. Doch sie brauchen ein paar Jahre Zeit, um Wurzeln zu schlagen. Diese Zeit hatten sie nicht. Mehrere Setzlinge am Derendinger Ufer wurden von den Wassermassen herausgerissen und weggeschwemmt.

Das wird in den nächsten Wochen nun repariert werden. Das Problem: Weil die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wurden die Baupisten rückgebaut. Die Zufahrt für die grossen Maschinen wird dadurch erschwert. Es werde wohl etwas aufwendiger, als wenn man die Reparaturen noch im Baubetrieb hätte durchführen können, sagt Dürrenmatt.

Die Kosten für die Reparaturen werden nicht bekannt gegeben. Im Vergleich zum bewilligten Verpflichtungskredit von 73 Millionen Franken seien sie aber marginal, so Dürrenmatt. Und da innerhalb des Kredits noch Reserven bestehen, sei die Finanzierung auch kein Problem und der Zeitpunkt für die Arbeiten der richtige.

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