Unwetter

Hochwasser werden im Kanton immer häufiger – «Das lässt sich statistisch belegen»

Ein immer häufiger auftretendes Phänomen: Hochwasser. Wie hier in Olten, 2007.

Ein immer häufiger auftretendes Phänomen: Hochwasser. Wie hier in Olten, 2007.

Die Schadenssumme durch Elementarschäden im Kanton ist dieses Jahr mit 20 Millionen bereits drei Mal höher als im gesamten 2017. Die Solothurner Gebäudeversicherung reagiert auf diesen Trend.

Autos die im Hagel stecken bleiben, Keller die voller Wasser sind und Strassen die zu Flüssen werden: Was Unwetter anging, hatte es dieses Jahr bereits in sich. Zuletzt führte am Donnerstag Starkregen zu zahlreichen vollgelaufenen Kellern. Vor allem die Region Olten war betroffen. 

Die Schadenssumme im Kanton beläuft sich momentan auf rund 20 Millionen Franken – zum Vergleich: Im gesamten letzten Jahr waren es rund sechs Millionen.

Dass sogenannte Elementarschäden häufiger werden, ist nicht nur ein subjektiver Eindruck. «Das lässt sich statistisch belegen», sagt Markus Schüpbach, Direktor der Solothurner Gebäudeversicherung. «In den letzten 10 bis 20 Jahren haben Elementarschäden zugenommen. Dafür haben Feuerschäden abgenommen.» Die Erklärung ist schnell bei der Hand: Klimatische Veränderungen. «Mehr Schmelzungen bedeuten mehr Wasser. Das bedeutet mehr Luftfeuchtigkeit, was wiederum mehr Regen bedeutet. Mehr Hochwasser ist die Folge. Das lässt sich einfach nicht verleugnen.»

Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist die Gebäudeversicherung am Aufrüsten. «Wir werden mehr Präventionsberatungen für Elementarschäden an Solothurner Hauseigentümer anbieten. Um aufzuzeigen, was man alles machen kann, um Hochwasser vorzubeugen. Dafür stocken wir personell auf», so Schüpbach. Ein Person kümmert sich bereits aktiv um die Elementarschadenprävention im Kanton. Weiter würde die Gebäudeversicherung mit Gemeinden zusammenarbeiten, um beispielsweise ganze Quartiere mit baulichen Massnahmen noch besser vor Hochwasser zu schützen.

Neben der bereits bekannten Naturgefahrenkarte ist seit dem 3. Juli zudem eine Gefährdungskarte Oberflächenabfluss online. Diese wurde durch die Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen finanziert und steht neben Versicherungen auch den Eigentümern zur Verfügung. Wer in einem gefährdeten Gebiet neu- oder umbaut, kann sich damit ganz einfach und praktisch vor Hochwasserschäden schützen, indem zum Beispiel ein Lichtschacht um fünf bis zehn Zentimeter erhöht wird. «Mit baulichen Massnahmen kann man einiges bewirken», erklärt Schüpbach. Damit Meldungen wie die oben erwähnten in Zukunft seltener werden.

Meistgesehen

Artboard 1