Nach heftigem Regen
Hochwasser auf der Emme: Überschwemmungsgefahr ist bereits gebannt

Nach dem schlechten Wetter der letzten Tage führt die Emme deutlich mehr Wasser als normalerweise. Auch der Pegelstand der Aare ist leicht erhöht. Überschwemmungsgefahr besteht aber nicht, denn die Lage hat sich schnell wieder entschärft.

Joshua Villing
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Am Mittwochmorgen führte die Emme zu viel Wasser.
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Mittlerweile ist der Pegelstand immer noch hoch, ...
Die Emme führt momentan viel Wasser mit sich
In den nächsten Tagen wird sich der Pegel auf einem hohen, aber unbedenklichen Stand einpendeln.
Zu Schäden durch eine Überschwemmung ist es nirgends gekommen.
In den nächsten Tagen soll es zwar weiterregnen, ...
... jedoch nicht genug, um die Emme über die Ufer treten zu lassen.

Am Mittwochmorgen führte die Emme zu viel Wasser.

Rahel Meier

In den letzten Tagen war das Wetter im Kanton Solothurn alles andere als sommerlich. Graue Wolken, teilweise heftiger Regen und Gewitter prägten das Bild. Dadurch sind auch die Pegelstände vieler Flüsse und Bäche im Kanton angestigen.

In Biberist kann man dies derzeit klar sehen, denn auch die Emme führt deutlich mehr Wasser als normalerweise. «Am Dienstag hatte die Emme tatsächlich einen Schwellenwert überschritten. Das bedeutet, dass der Fluss für eine Zeit lang zu viel Wasser geführt hat», meint Diego Ochsner, Chef des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz. «Wirklich kritisch ist die Situation aber nie geworden.»

Mittlerweile sei der Pegelstand der Emme zwar immer noch hoch, doch bereits ein wenig zurückgegangen. «Wir gehen davon aus, dass sich der Pegel in den nächsten Tagen auf einem hohen aber unbedenklichen Stand einpendeln wird.»

So sei die Überschwemmungsgefahr, auch wenn es in den nächsten Tagen weiterregnen würde, gebannt. «Damit es zu einer Überschwemmung kommt, müsste es deutlich mehr und vor allem auch länger regnen, als erwartet wird.»

Auch zusätzliches Schmelzwasser aus den Bergen stellt für Ochsner kein Problem dar. Die Schneefallgrenze sei in den letzten Tagen zwar gesunken, es sei aber lange nicht genug Schnee gefallen, dass die Pegelstände der Flüsse drastisch steigen könnten.

«Eigentlich ist es sogar etwas Positives, dass in den Bergen mehr Schnee gefallen ist. So schmilzt dieser erst jetzt langsam», so Ochsner. «Bei wärmerem Wetter hätte es auch in den Bergen geregnet und die Pegelstände wären noch weiter angestiegen.»

Der Schnee in den Bergen stelle vor allem im Frühling ein Problem dar. Wenn es langsam wärmer werde und in den Bergen viel Schnee liege, entstehe eine beachtliche Menge Schmelzwasser.

Lage war nie kritisch

Während die Emme zeitweise zu viel Wasser führte, blieb bei der Aare alles im grünen Bereich. «Die Aare führt im Moment ein wenig mehr Wasser als normalerweise», meint der Chef des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz. «Kritisch war die Situation aber nie.»

Dies liege vor allem daran, dass der Pegelstand der Aare sehr gut reguliert werden könne. «Solange der Bielersee die Niederschlagsmenge noch fassen kann, sollte es entlang der Solothurner Aare keine Überschwemmungen geben.»

Bis das Fassungsvermögen des Bielersees überschritten werde, brauche jedoch es eine deutlich grössere Menge Niederschlag, als in den nächsten Tagen erwartet werde. «Besonders weil wir einen sehr trockenen Frühling hinter uns haben», so Ochsner.

So sah die Emme nach der Renaturierung aus. Sie führt normalerweise viel weniger Wasser als heute.

Teile des Ufers wurden nach der Renaturierung begrünt
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Die Kiesbänke in der Emme verändern sich stetig

Teile des Ufers wurden nach der Renaturierung begrünt

Rahel Meier