«Spielhimmel» Solothurn

Hier werden nur Spiele verkauft, die getestet wurden – und derzeit herrscht Hochbetrieb

Wie alle Mitarbeitenden im Spielhimmel ist auch Fabienne Guggisberg leidenschaftliche Spielerin, die hier Job und Hobby verknüpft.

Wie alle Mitarbeitenden im Spielhimmel ist auch Fabienne Guggisberg leidenschaftliche Spielerin, die hier Job und Hobby verknüpft.

«Tohuwabohu» herrsche im Spielhimmel, sagt die Mitarbeitende Fabienne Guggisberg kurz vor Weihnachten am Telefon. Beim Besuch vor Ort bestätigt sich das Bild. Und der Trubel lässt nicht nach - nicht, bevor auch die ersten Tage des neuen Jahres vorbei sind.

Heiligabend im Spielhimmel in Solothurn. Im Laden zwischen dem Stadttheater und der Pittaria findet sich alles, was Kinder- und Erwachsenenherzen begehren. Regale voller Puzzles, Brett-, Karten- und Knobelspiele, Bälle und Würfel in unterschiedlichen Grössen und Farben. Kinder sind an diesem Vormittag keine im Laden. Dafür Erwachsene auf Geschenke-Tour kurz vor Weihnachten.

Im hinteren Teil des Spielhimmels steht eine Frau an einem Tisch und packt Spielen ein. Sie arbeitet normalerweise nicht hier, hilft aber zur Weihnachtszeit aus, weiss eine reguläre Mitarbeiterin: Fabienne Guggisberg, 35, ursprünglich aus Solothurn, in Basel wohnhaft, ist eine kleine Frau mit langen Haaren. Sie hat Sportwissenschaften studiert und arbeitet zu 80 Prozent als Projektleiterin in der Gesundheitsförderung des Kantons Basel-Landschaft. Ein «Brotjob», der ihr gefällt, wie sie sagt. Aber nicht so sehr wie das Teilzeitpensum, das Guggisberg seit gut zwölf Jahren im Spielhimmel innehat.

Jedes einzelne Stück wird in der Freizeit getestet

Auch die anderen sieben Mitarbeitenden der Genossenschaft ‑ hier gibt es keine Hierarchie, keinen Chef ‑ arbeiten Teilzeit. Normalerweise steht eine Person im Spiele-Fachgeschäft, samstags zwei. Bis zu sieben sind es dieser Tage, vor und nach Weihnachten bis Ende nächste Woche. Dann kann es zwischen den Regalen auch schon mal eng werden. «Es sind Ferien – die meisten haben Zeit, um Spiele zu kaufen und sich gemeinsam mit der Familie dann auch damit zu beschäftigen», so Guggisberg, die sich diesen Vormittag ein Zeitfenster frei räumen kann, um über das Geschäft zu berichten. Es herrsche «Tohowabohu», schildert sie die Situation beim vorgängigen Telefongespräch.

Hochbetrieb dürfte bis Anfang nächsten Jahres anstehen. Der Spielhimmel hat und hatte mit Ausnahme vom 25. und 26. Dezember, sowie dem 1. und 2. Januar geöffnet. Ende Jahr fordert nebst dem erhöhten Betrieb im Laden auch die Buchhaltung das Team. Zahlen zum Geschäftsjahr gibt es noch nicht. Bereits jetzt ist aber klar: 2019 wird ein Rekordjahr. Auch wenn der Spielhimmel Konkurrenz aus dem Internet spürt: «Bei uns gibt’s die Beratung dazu, wir vertrauen darauf, dass das den Leuten nach wie vor wichtig ist.»

Schöner als jeder Umsatz sei ohnehin die Gewissheit, dass gerade dieser Tage viele Menschen zusammenkommen, zusammen spielen. Das tun auch die Mitarbeitenden im Spielhimmel, die Guggisberg nicht als Kollegen, sondern als Freunde bezeichnet. «Wir verkaufen nur, woran wir selbst auch Freude haben», so Guggisberg. Das heisst: Jedes Teammitglied kennt jedes Spiel im Laden. «Sobald eine neue Lieferung ansteht, schnappt sich jeder ein Spiel und testet es zu Hause.» Zudem finden mehrmals im Jahr gemeinsame Spieleabende und -Wochen statt. Das Team trifft sich in der Freizeit und spielt, spielt, spielt. «Wir versuchen unter all den Spielen, die Perlen zu finden», erklärt die 35-Jährige. Nur diese werden verkauft. «Wer diesen Job macht, dem muss Spielen Spass machen.» «Tohuwabohu» herrscht wohl noch bis und mit Ende nächster Woche im Spielhimmel. Dann sollte an der Solothurner Theatergasse etwas Ruhe einkehren.

Die Tür geht auf. Eine letzte Lieferung vor Weihnachten, ein Stapel Kartonschachteln: Das sei nichts im Vergleich zu dem, was den Laden nach Weihnachten und Silvester erwartet, so Guggisberg. Im Januar türmten sich im Laden ganze Berge von Kisten. Die Mitarbeitenden teilen die Inhalte untereinander auf, testen sie – und reihen nur die «Perlen» in die Regale ein. Dort dürfte es nach Weihnachten und Neujahr die einen oder anderen Löcher zu füllen geben.

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