Kurszentrum Oeschberg
«Hier wächst Zukunft»: Im neuen Ausbildungszentrum lernen auch Solothurner Gärtner

2017 wurde angefangen zu bauen, nun steht das neue Ausbildungszentrum für Gärtner in Koppigen im Vollbetrieb.

Yvonne Aregger
Merken
Drucken
Teilen
Gemeinschaftswerk der Berner und Solothurner Gärtner: Das neue Kurszentrum im Oeschberg bei Koppigen.

Gemeinschaftswerk der Berner und Solothurner Gärtner: Das neue Kurszentrum im Oeschberg bei Koppigen.

Yvonne Aregger

Erst am 14. August 2017 hatte im Oeschberg, Gemeinde Koppigen, der Spatenstich für ein neues Kurszentrum des Verbands Gärtner Bern Solothurn stattgefunden – und bereits ist dieses in Vollbetrieb. Zentrumsleiter Werner Uhlmann erklärt: «Hier im Kurszentrum werden vor allem überbetriebliche Kurse, kurz ÜK, durchgeführt.» Aber auch die praktischen Lehrabschlussprüfungen, das sogenannte Qualifikationsverfahren (QV), sowie Weiterbildungen finden regelmässig in Koppigen, im Umfeld der dortigen traditionsreichen Gartenbauschule statt.

Zentrumsleiter Werner Uhlmann

Zentrumsleiter Werner Uhlmann

zvg

Jährlich 150 Lernende

Zum neuen Kurszentrum gehören grundsätzlich zwei Gebäude. Das eine umfasst den Eingangsbereich, einen Aufenthaltsraum, Garderoben und sanitäre Anlagen, sowie Büro- und Schulungsräume. Im zweiten Gebäude wird praktisch gearbeitet, dort finden sich zwei gedeckte Gewächshäuser, eine Lagerhalle und eine Halle mit Kiesboden, genannt die Hutter Halle. In dieser Halle wird der Umgang mit Gartenbaumaschinen geübt. Alle Räumlichkeiten sind hell und grosszügig.

Und der Aufenthaltsraum ist, wie sich das für ein Kurszentrum der Gärtnerbranche gehört, mit grünen Stühlen und verschiedensten Pflanzen geschmückt. Auch die Büros und die beiden neuen Schulzimmer machen einen freundlichen und praktischen Eindruck. «Früher diente uns ein Baustellencontainer als Büro», erzählt Uhlmann lachend. Er ist sichtlich zufrieden mit den neuen Möglichkeiten, die das Kurszentrum bietet.

Finanzierung: Kanton Solothurn steht abseits

Die Kosten für das neue Kurszentrum im Oeschberg belaufen sich auf rund vier Millionen Franken und werden getragen vom Verband der Berner und Solothurner Gärtner sowie von Sponsoren. Die beiden Kantone Bern und Solothurn bezahlen jeweils den obligatorischen Beitrag pro Lehrling des jeweiligen Kantons. Bern bezahlt zusätzlich dazu über eine Spanne von fünf Jahren fünf Franken pro Lehrling und Tag.
Der Kanton Solothurn steuert derweil nichts bei (wir berichteten). Dies weil das Kurszentrum ausserhalb des Kantons und in Zusammenarbeit mit den Berner Gärtnern gebaut wurde. Dieses Abseitsstehen nehmen die Solothurner Gärtner allerdings nicht hin. Sie haben sich an den kantonalen Gewerbeverband gewandt und inzwischen ist im Kantonsrat ein Vorstoss hängig. Gefordert wird eine gesetzliche Anpassung, damit der Kanton Solothurn zukünftig – wie der Kanton Bern – einen Beitrag an Ausbildungsstätten wie das Kurszentrum Oeschberg entrichten kann. Peter Emch, Verwaltungsratsmitglied des Kurszentrums, meint dazu: « Für uns zählt jeder Franken und wir werden sicher nicht aufgeben, um einen Beitrag aus dem Kanton Solothurn zu kämpfen.» (yaA)

Jährlich besuchen ungefähr 450 Lernende aus verschiedenen Regionen einen überbetrieblichen Kurs im Kurszentrum Oeschberg. «Einige kommen sogar aus dem deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis», erklärt Uhlmann. Zusätzlich finden auch die Qualifikationsverfahren in Koppigen statt, bei diesen werden jährlich 150 Lernende aus fünf Berufszweigen auf ihre praktischen Fähigkeiten geprüft. Mit der Durchführung von Weiterbildungen im Kurszentrum dient dieses noch einem dritten Zweck.

Ein Schritt in die Zukunft

Die Reaktionen, die Uhlmann bisher zum neuen Kurszentrum erhielt, seien durchweg positiv gewesen: «Ein Qualifikationsverfahren haben wir im Frühling bereits hier durchgeführt und die Teilnehmer bestätigten, dass das Arbeiten im neuen Kurszentrum sehr angenehm sei.» Vor allem geschätzt werde, dass man genug Platz zum Arbeiten und auch zum Erholen und Umkleiden habe.

«Früher hatten wir keine Garderobe und auch keinen Aufenthaltsraum. Die Arbeitsbereiche waren gar nicht oder nur mit Plastikfolien vor dem Wetter geschützt.» Es sei wirklich nötig gewesen, das Kurszentrum neu zu bauen, vor allem der Infrastruktur wegen. «Der Neubau ist auch ein gewaltiger Schritt in Richtung Zukunft. Der Nachwuchs, der hier ins Kurszentrum kommt, hat mehr Freude, hier zu arbeiten, und auch die Instruktoren sind begeistert. Das ist wichtig für unsere Branche.» Passend zu diesem Statement wehen vor dem neuen Gebäude Fahnen, die allen mitteilen: «Hier wächst Zukunft».