Biberist
Hier sollen beschlagnahmte Gegenstände und Asservate gelagert werden

Die Solothurner Regierung beantragt dem Kantonsrat den Kauf von zwei grossen Gewerbehallen hinter dem Solothurner Bürgerspital. Der Kanton benötigt den Lagerraum dringend für vom Betreibungsamt beschlagnahmte Gegenstände und Asservate der Polizei.

Elisabeth Seifert
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An der Buchrainstrasse Nr. 15 (links) und Nr. 19 (rechts) in Biberist soll unter anderem das Asservaten-Lager der Kantonspolizei untergebracht werden. Das Gebäude in der Mitte (Nr. 17) steht unter Denkmalschutz und ist nicht nutzbar.

An der Buchrainstrasse Nr. 15 (links) und Nr. 19 (rechts) in Biberist soll unter anderem das Asservaten-Lager der Kantonspolizei untergebracht werden. Das Gebäude in der Mitte (Nr. 17) steht unter Denkmalschutz und ist nicht nutzbar.

Thomas Ulrich

Zahlreiche Interessenten haben sich in den letzten Jahren bereits um den Kauf des über 8000 Quadratmeter grossen Grundstücks in unmittelbarer Nähe des Solothurner Bürgerspitals bemüht. Darunter auch der Kanton, auf der steten Suche nach Abstellflächen und Lagerräumen. Heiss begehrt sind vor allem die zwei grossen Hallen, die sich für eine gewerbliche Nutzung jeglicher Art eignen.

Gescheitert sind die bisherigen Kaufverhandlungen für die Liegenschaft Buchrainstrasse 15/19 auf dem Gemeindegebiet von Biberist aber jeweils an den Preisvorstellungen der beiden Besitzer, den Brüdern Robert und Max Dreyfus.

Jetzt aber sind sie mit dem Kanton handelseinig geworden: Statt für 4,8 Mio. Franken wollen die Gebrüder Dreyfus das Grundstück samt den zwei ehemaligen Gewerbehallen mit einer Nutzfläche von gut 2000 Quadratmetern für «nur» 3,5 Mio. Franken verkaufen. Ein Preis, der noch unter dem Gebäudeversicherungswert von 3,7 Mio. Franken liegt. Diese Angaben gehen aus dem Gesetzesentwurf der Regierung zuhanden des Kantonsrats hervor. Dieser nämlich muss die Kaufsumme genehmigen. Darüber befinden wird das Parlament aller Wahrscheinlichkeit nach in der Session Ende Januar 2016.

Gesucht: Platz für Asservaten

Die Zeit drängt. Dringend benötigt wird der Lagerraum dabei für die grosse Menge an Asservaten der Solothurner Kantonspolizei. Und ebenso für die zahlreichen Gegenstände, die vom Betreibungsamt verwaltet werden. Beide Bestände lagerten in den letzten Jahren auf dem südlichen Attisholz-Areal.

Seit in der Folge der Ansiedlung der US-Firma Biogen dort sämtliche Gebäude abgebrochen werden mussten, sind die Beweismittel der Kapo und die vom Betreibungsamt beschlagnahmten Gegenstände in einem Provisorium untergebracht; unmittelbar neben der Biogen-Parzelle. Aber auch dieses Gebäude muss im Frühling 2016 dem Bau einer neuen Erschliessungsstrasse weichen.

Kanton zuversichtlich

Bis der Kantonsrat entschieden hat, liegt der Kaufvertrag freilich erst im Entwurf vor. Auch im Grundbuch ist die Handänderung noch nicht eingetragen. Rein theoretisch könnten sich damit andere Interessenten mit neuen Angeboten wieder ins Spiel bringen. Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli ist dennoch zuversichtlich, dass der Vertrag zum vereinbarten Kaufpreis Anfang nächstes Jahr unterzeichnet werden kann. Der jetzige Kaufpreis entspreche dem Marktwert, sagte Bernhard Mäusli auf Anfrage. Er sei das Ergebnis «stetiger Verhandlungen». Robert und Max Dreyfus wollten sich gestern nicht zu den Gründen dafür äussern, weshalb sie schliesslich einem bedeutend tieferen Kaufpreis zugestimmt haben.

Bis 2010 hat die Dreyfus Co. in den beiden Hallen angekaufte Occasions-Werkzeugmaschinen gereinigt, repariert und und dann wieder verkauft. Seit fünf Jahren stehen die Hallen leer, vor rund drei Jahren haben sich die Gebrüder Dreyfus, deren Firma immer noch im Handelsregister figuriert, zu deren Verkauf entschieden. Bernhard Mäusli würdigte gestern den hervorragenden Zustand der beiden Hallen. Diese könnten deshalb ohne aufwendige Instandsetzungsarbeiten sofort für die Zwecke des Kantons genützt werden. Notwendig seien allerdings Investitionen von 200 000 Franken. Unter anderem dienen diese dazu, die Sicherheit des Lagers zu gewährleisten.

In einer langfristigen Betrachtungsweise, so heisst es im Gesetzesentwurf der Regierung, sei es günstiger, den benötigten Lagerraum zu kaufen statt nur zu mieten. Geprüft habe man zudem diverse Alternativen. Ein grosser Vorteil der Liegenschaft in Biberist sei unter anderem deren Ausbaufähigkeit. Mit dem Einzug von Zwischendecken könne die Nutzfläche der Hallen vergrössert werden. Schon bei der jetzigen Fläche könnten die Hallen aber etwa zusätzlich für die Lagerung von Kulturgütern verwendet werden. Das Amt für Kultur und Sport hat bereits entsprechenden Bedarf angemeldet.

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