51 Busse
Hess macht bei Busausschreibung von BSU und RBS nicht mit

Die Busbetriebe Solothurn und Umgebung AG (BSU) und die Regionalverkehr Bern-Solothurn AG (RBS) wollen 51 neue Busse beschaffen. Der Bellacher Busbauer Hess will sich aber nicht bewerben.

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Patron Alex Naef im Werk Bellach der Hess AG. (Archiv)

Patron Alex Naef im Werk Bellach der Hess AG. (Archiv)

Hans Ulrich Muelchi

Der öffentliche Verkehr in der Region rüstet auf: Die Busbetriebe Solothurn und Umgebung AG (BSU) und die Regionalverkehr Bern-Solothurn AG (RBS) wollen ihre Fahrzeugflotte teilweise erneuern. Ausgeschrieben ist die Beschaffung von insgesamt 51 Linienbussen.

Das Paket umfasst 20 Gelenk- und 7 Normbusse sowie als Option weitere 16 Gelenk- und 8 Normbusse. Dies ist auf simap.ch, der gemeinsamen elektronischen Plattform von Bund, Kantonen und Gemeinden für das öffentliche Beschaffungswesen, nachzulesen.

Keine Offerte von Hess

Letztmals beschaffte der BSU 2013 neue Busse. Damals hatte der Bellacher Busbauer Hess – quasi als Nachbar vom BSU – das Nachsehen. Der Auftrag ging an die Mercedes-Tochter EvoBus, was damals in der Öffentlichkeit zu vielen kritischen Reaktionen führte. Dieses Mal wird es nicht so weit kommen. «Wir nehmen an der entsprechenden Ausschreibung für die Lieferung von Diesel-Gelenkbussen und Diesel-Normalbussen nicht teil», erklärt auf Anfrage Firmenchef Alex Naef.

Das stehe aber in keinem Zusammenhang mit der erwähnten Absage bei der letzten Auftragsvergabe. Im Übrigen freue man sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Solothurner Busbetrieben im Bereich des Services und der Reparaturen.

Fokus auf Elektro-Busse

Vielmehr fokussiere Hess seine Produktentwicklung angesichts der weltweit anstehenden Elektrifizierung des Busverkehrs zur Reduktion des CO2-Ausstosses in den letzten Jahren stark auf Elektro-Gelenkbusse und Elektro-Normalbusse. «Die jüngsten Erfolge bei Auftragsvergaben in Zürich, Genf, Bern und Biel sind darauf zurückzuführen.» Hinzu komme das Produktsegment Personenanhänger für Buszüge, welche dank ihren hohen und flexiblen Kapazität die Kosten im regionalen Busverkehr deutlich senken könnten.

Zwar werde Hess weiterhin Diesel-Normalbusse bauen. Dagegen gebe es aktuell eine Lücke bei den Diesel-Gelenkbussen mit einer Länge von 18 Metern. Laut der Ausschreibung aber wollten BSU und RBS die beiden Bustypen vom gleichen Lieferanten beziehen. So gesehen verfüge Hess derzeit nicht über das komplette von BSU und RBS angefragte Sortiment. «Eine Entwicklung im vorgesehenen Zeitraum ist wirtschaftlich nicht darstellbar.» In der Ausschreibung auf simap.ch heisst es zum Liefertermin: Beginn 14. August 2017 und
16. November 2020.