Bäuerinnenverband
Heile Welt ist am Bröckeln – Bäuerinnen wollen «nit uffgäh – vorwärtsluege!»

Rita Hänggi, Präsidentin des Solothurnischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SOBLV) rief ihre Kolleginnen zu mehr Engagement in den klassischen Männergremien auf.

Benildis Bentolila
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Der Vorstand des Bäuerinnen- und Landfrauenverbands: Hintere Reihe: KarinElsässer, Manuela Wyss, Barbara Jeker-Trachsel, Beatrice Berger, Rita Hänggi-Saner, Käthi Hürzeler-Wyss; vorne: Katrin Wyss-Affolter, Nadja Kupper-Kellerhals, Isabelle Ulrich-Schoch, Luzia Gröli-Stöcklin, Doris Stalder, Horriwil; Jeanette Iseli-Mumenthaler.

Der Vorstand des Bäuerinnen- und Landfrauenverbands: Hintere Reihe: KarinElsässer, Manuela Wyss, Barbara Jeker-Trachsel, Beatrice Berger, Rita Hänggi-Saner, Käthi Hürzeler-Wyss; vorne: Katrin Wyss-Affolter, Nadja Kupper-Kellerhals, Isabelle Ulrich-Schoch, Luzia Gröli-Stöcklin, Doris Stalder, Horriwil; Jeanette Iseli-Mumenthaler.

Benildis Bentolila

«Wenn ich 150 Menschen vor mir sehe, bin ich halt auch an meiner zweiten Delegiertenversammlung (DV) noch nervös», gestand Rita Hänggi, Präsidentin Solothurnischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SOBLV). Sie blickte zurück aufs Verbandsjahr unter dem Motto «Herz» und kündigte das neue Thema «Nid uffgäh – vorwärtsluege!» an. «Ich brauche euch nicht zu sagen, dass Probleme wie Scheidung, Burnout, Depression, Überlastung, Schwierigkeiten mit den Kindern in der Schule und den Jugendlichen in der Lehre, die früher in der Landwirtschaft eher selten auftraten, auch unseren Berufsstand voll erreicht haben.»

Die heile Welt sei am Bröckeln oder liege bereits in Trümmern. Hier würden sie einhaken mit «Nit uffgäh – vorwärtsluege!» und Bäuerinnen eine weitere Möglichkeit (neben dem Haushaltservice) für stundenweise Arbeit daheim oder auswärts bieten. Vizepräsidentin Nadja Kupper erläuterte das Projekt eines «Apéro Service», wie er in anderen Kantonen bereits erfolgreich existiert nach dem Leitgedanken «regional und saisonal». Die Präsidentin hielt fest, die Frage, ob es richtig ist, angesichts der Überlastung noch mehr Arbeit zu schaffen, sei berechtigt. Andererseits könnten Mitglieder beim SOBLV unkompliziert einsteigen; der Verband kümmert sich um die rechtlichen Hürden.

Vorstände rein männlich

Eines ihrer grossen Anliegen ist es, dass sich noch mehr Bäuerinnen in Schlüsselstellen positionieren und in Verbänden im Vorstand engagieren müssten. «Es gibt zu viele bäuerliche Organisationen, deren Vorstände rein männlich sind.» Bauernsekretär Peter Brügger gratulierte zur neuen Idee, was ein Beispiel mehr sei dafür, dass Bauernfamilien seit 25 Jahren nicht stehengeblieben seien. Felix Schibli, Chef Amt für Landwirtschaft, meinte: «Ihr Frauen lebt einerseits Traditionen, aber stellt euch Veränderungen.»