Kanton Solothurn
Hauptstadregion Schweiz: So sollen die besten Standorte im Kanton gefördert werden

Bau- und Justizdirektor Roland Fürst nimmt Stellung zum Projekt «Top-Entwicklungsstandorte» der Hauptstadtregion Schweiz und erklärt, wie die Entwicklung im Kanton Solothurn aussehen soll.

Elisabeth Seifert
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Bau- und Justizdirektor Roland Fürst nimmt Stellung zum Projekt «Top-Entwicklungsstandorte» der Hauptstadtregion Schweiz.

Bau- und Justizdirektor Roland Fürst nimmt Stellung zum Projekt «Top-Entwicklungsstandorte» der Hauptstadtregion Schweiz.

Keystone

«Wir erbringen Spitzenleistungen in unseren Schlüsselbranchen – auch international.» Mit diesen selbstbewussten Worten leiten die Kantone Solothurn, Bern, Freiburg, Neuenburg und Wallis eine Absichtserklärung ein.

Um ihr wirtschaftliches Potenzial besser zu vermarkten, haben sie ihre 20 besten Entwicklungsstandorte definiert. Solothurn ist auf dieser Liste mit den Standorten Niederbipp/Oensingen, Grenchen/Bettlach sowie Riedholz/Attisholz/Luterbach vertreten.

«Die fünf Kantone wollen optimale Rahmenbedingungen schaffen für die Ansiedlung neuer und die Entwicklung ansässiger Unternehmen», heisst es in einer Mitteilung des Vereins Hauptstadtregion Schweiz.

Vor vier Jahren haben sich die Kantone mit dem Ziel zusammengeschlossen, den drei grossen Schweizer Wirtschaftszentren Basel, Zürich und Genf/Lausanne die Stirn zu bieten.

Gemeinsam mit Vertretern der anderen Kantone hat der Solothurner Bau- und Justizdirektor Roland Fürst das Projekt «Top-Entwicklungsstandorte» gestern in Bern vorgestellt. Wir haben ihm nach dieser Präsentation einige Fragen zur Bedeutung des Projekts für den Kanton Solothurn gestellt.

Weshalb ist aus dem Kanton Solothurn eigentlich der Baudirektor beim Projekt «Top-Entwicklungsstandorte» dabei und nicht die Volkswirtschaftsdirektorin?

Roland Fürst: Für die Ansiedlung neuer Unternehmen ist nicht die Wirtschaftsförderung alleine entscheidend. Firmen können sich ja nur dort niederlassen, wo auch der Raum vorhanden ist. Mit unserem Projekt haben wir in den einzelnen Kantonen die raumplanerisch am besten geeigneten Standorte definiert. Das Volkswirtschaftsdepartement und das Baudepartement arbeiten im Übrigen eng zusammen. Alle Informationen werden sofort an die Wirtschaftsförderung weitergeleitet.

Warum ist Solothurn gerade mit den Regionen Oensingen, Grenchen/Bettlach sowie Attisholz/Luterbach auf der Liste präsent?

Die 20 Top-Entwicklungsstandorte sind aufgrund eines ganzen Bündels von Kriterien ausgewählt worden. Alle drei Solothurner Schwerpunkte gehören dabei zum Kreis jener zwölf Standorte, die nicht nur die quantitativen, sondern auch die qualitativen Bedingungen erfüllen. Sie qualifizieren sich also einerseits aufgrund ihrer Grösse, der Lage, der Erschliessung und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Und andererseits sprechen für die Standorte auch das Potenzial an Arbeitsplätzen und die Verfügbarkeit des Raumes. Zudem wird durch die Ansiedlung neuer Unternehmen ein bereits existierendes Branchen-Zentrum gestärkt. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Cluster. Der Raum Bettlach/Grenchen etwa ist ein Cluster für die Präzisions- und Uhrenindustrie. Aufgrund solcher Qualitäten hat der Kanton Solothurn alle drei Regionen bereits seit längerem im kantonalen Richtplan als Entwicklungsstandorte mit besonderem Potenzial ausgeschieden.

Braucht es da zusätzlich noch eine Qualifizierung als Top-Entwicklungsstandort der Hauptstadtregion Schweiz?

Ein wichtiges gemeinsames Ziel aller fünf Kantone besteht darin, die definierten Entwicklungsschwerpunkte möglichst schnell für die Ansiedlung neuer Firmen verfügbar zu machen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wollen wir die nötigen raumplanerischen Voraussetzungen schaffen. Das heisst: Es gilt, die nötigen Einzonungen vorzunehmen.

Wie realistisch ist das im Kanton Solothurn?

Am Standort Riedholz/Attisholz/Luterbach bestehen bereits alle Einzonungen. Es handelt sich um die grösste freie Gewerbe- und Industriefläche der Schweiz. Angesiedelt werden sollen Firmen aus diversen Branchen, die sich durch eine energieeffiziente und ressourcenschonende Art der Produktion auszeichnen. An den beiden Standorten Grenchen/Bettlach sowie Oensingen/Niederbipp indes sind weitere Einzonungen nötig, um Unternehmen ansiedeln zu können. Durch das neue Raumplanungsgesetz des Bundes werden uns allerdings Handschellen angelegt. Solothurn verfügt aus der Sicht des Bundes bereits über genügend Bauzonen. Wenn wir etwas neu einzonen wollen, müssen wir zuerst andere Gebiete auszonen. Vor dieser Herausforderung stehen auch die meisten anderen Kantone.

Werden sich die fünf Kantone bei der Ansiedlung neuer Firmen nicht gegenseitig konkurrenzieren?

Wir bezwecken mit dem Projekt eine koordinierte Standortentwicklung. Unter anderem wollen wir alle 20 Entwicklungsstandorte unter einheitlichen Gesichtspunkten beschreiben. Daraus wird dann eine Art Buch entstehen, mit dem wir potenzielle Investoren auf die Vorzüge der Hauptstadtregion aufmerksam machen können. In einem zweiten Schritt spielt dann natürlich die Konkurrenz unter den Kantonen.

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