Solothurner Kunstpreis

Hauptpreisträger René Zäch schlägt Kunstpreis aus

An der Solothurner Kunst-, Kultur- und Anerkennungspreisverleihung wurden am Montag verdiente Kunstschaffende und Institutionen geehrt. Fern blieb der Veranstaltung aber Hauptpreisträger René Zäch, dem der Titel deshalb aberkannt wird.

Dass der designierte Kunstpreisträger René Zäch, 66-jähriger Installationskünstler aus Biel, an der Verleihung der Kunst-, Kultur- und Anerkennungspreise des Kantons Solothurn nur durch Abwesenheit glänzte, mochte die gute Stimmung im vollbesetzten Parktheater nicht merklich zu trüben. Dennoch stellte Landammann Peter Gomm in seiner Ansprache unmissverständlich fest: «Der Kunstpreis hat für uns alle einen sehr hohen Stellenwert. Darum erwarten wir auch, dass er entgegengenommen wird.» Da René Zäch diese Ehre ausgeschlagen hat, habe sich der Regierungsrat dazu entschlossen, den mit 20000 Franken dotierten Kunstpreis dieses Jahr nicht zu vergeben. «Damit Solothurn ein glücklicher Kanton bleibt.»

Feierlich wurden die, mit jeweils 10000 Franken dotierten, acht Fachpreise und der Anerkennungspreis vergeben. Landammann Gomm würdigte die herausragenden kulturellen Leistungen der ausgezeichneten Frauen und Männer. «Die Preise sollen ein Dankeschön und auch Ansporn dafür sein, dass sie weiterhin zum kulturellen Schaffen beitragen und die Kultur des Kantons bereichern. Solothurn ist vielfältig, und daher ein glücklicher Kanton.»

Dass die Preisverleihung am Montagabend erstmals seit 1993 wieder in Grenchen stattfand, veranlasste den Regierungsrat, einige lobende Worte über die «Kultur- und Uhrenstadt Grenchen» zu verlieren. Mit der Internationalen Grafik-Triennale und Ausstellungen der Kunstvermittler Hans Liechti und Toni Brechbühl habe Grenchen ein besonderes Gespür für Kunst entwickelt. Als Leistungen nannte er exemplarisch das Kunsthaus, die über hundert öffentlich zugänglichen Kunstwerke und den Wacker-Preis. Leicht amüsierend folgerte Peter Gomm schliesslich, dass auch «Grenchen glücklich ist, zum Kanton Solothurn zu gehören – und umgekehrt».

Ehre, die schön und wichtig ist

Durch das Programm führte Heinz L. Jeker-Stich, Präsident des kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung. Als erstes wurde der Anerkennungspreis verliehen, der in diesem Jahr an den 62-jährigen Oltner Kulturvermittler Christof Schelbert für sein «langjähriges, vielseitiges Kunst- und Kulturengagement» geht.

Christof Schelbert bedankte sich in seiner Rede im Namen der Preisträger bei Regierung und Kanton. «Wir fühlen uns durch diese Ehrung wahrlich geehrt. Derartige Auszeichnungen sind wichtig und zeigen, dass Kultur und Kunst für unsere Gesellschaft existenziell sind. Sie sind so etwas wie die Seele der Gesellschaft», sagte Schelbert. Das Prämieren der Leistungen von Kunstschaffenden sei gerade deshalb auch bedeutsam, weil in vielen Schaffensbereichen der Kultur Unterstützung wirklich nottue.

Die weiteren Preisträger

Nacheinander wurden die Preisträgerinnen und Preisträger von ihren Laudatoren vorgestellt. Optisch begleitet wurde die Vergabe durch eine Fotoprojektion des jungen Fotografen Pete Cameron Dominkovits aus Hüniken. Für ihre herausragenden Leistungen wurden geehrt: Armin Bachmann (1960, Wolfwil) mit dem Musikpreis, Raffaella Chiara (1966, Bern) mit dem Preis für Malerei, Christian Gerber (1944, Locarno) mit dem Preis für Fotografie, Jürg Häusler (1946, Basel) mit dem Preis für Plastik- und Objektkunst, Emanuela von Frankenberg (1958, Berlin) mit dem Preis für Schauspiel, Fabiana von Arx (1975, Solothurn) mit dem Preis für Tanz, Patrick Tschan (1962, Allschwil) mit dem Literaturpreis und der Kulturausschuss Gerlafingen mit Präsident Ruedi Bürki mit dem Preis für Kulturvermittlung.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Grenchner Pianistin Marianne Walker, welche die Gäste insgesamt drei Mal mit ihrem ebenso rührenden wie enthusiastischen und eindrücklichen Spiel zu unterhalten verstand. Ein Extra-Dankeschön richtete Moderator Heinz Jeker-Stich schliesslich an die Regierungsräte Christian Wanner (FDP), Klaus Fischer und Walter Straumann (beide CVP), die nächstes Jahr altershalber abtreten. Und er wünschte sich, dass die neuen Regierungsräte mit demselben «Kulturvirus» infiziert werden mögen.

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