Betrug

Hat Azem Syla Solothurner Sozialhilfegelder für seine Mafia-Gang verwendet?

Azem Syla

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Im Kanton Solothurn bezog Azem Syla Sozialhilfegelder. 2012 wurde er ausgewiesen, derzeit sitzt er in Haft. Wie Recherchen nun zeigen, soll er mit den erhaltenen Geldern eine kriminelle Organisation im Kosovo aufgebaut haben.

Dass er wohl zu Unrecht Solothurner Sozialhilfegelder erhielt, war bekannt. Aber was damit geschah, noch nicht: Am Mittwochabend nun berichtet die Fernsehsendung «Rundschau», dass der kosovarische Politiker und Ex-Generalstabschef der Befreiungsarmee UCK, Azem Syla, in seiner Heimat eine Mafia-Gang mit Schweizer Sozialhilfegeldern aufgebaut habe.

Syla, der bis zu seiner Ausweisung 2012 in Biberist gelebt hatte, sitzt derzeit in Haft im Kosovo. Im Sommer soll ihm wegen Betrugs, Geldwäscherei und Bestechung der Prozess gemacht werden. Syla soll Chef einer 38-köpfigen Bande gewesen sein und Immobilien im Wert von rund 30 Mio. Franken erschwindelt haben. Die Bande soll seit 2006 aktiv gewesen sein. Damals bezog Syla noch Sozialhilfegelder.

480'000 Franken Sozialhilfegelder soll Syla in der Schweiz zu Unrecht bezogen haben. Brisant: Die Solothurner Staatsanwaltschaft stellte im November 2014 ein Verfahren gegen Azem Syla wegen Sozialhilfebetrugs ein.

Jetzt aber schreibt die europäische Rechtsstaatsmission Eulex in ihrer Anklageschrift, dass Syla rund eine halbe Million Franken Sozialhilfegelder kumuliert habe. «Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden diese Mittel verwendet, um die Aktivitäten seiner kriminellen Organisation in Kosovo zu finanzieren.» (szr)

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