Seit Anfang Jahr geht der Schweizer Zoll in Postzentren auf die Suche nach Sendungen aus dem Ausland, die Hanfsamen enthalten. Zwischen Januar und April wurden mithilfe von Spürhunden und technischen Mitteln 2874 solcher Lieferungen aufgespürt, wie «20 Minuten» berichtet. Die Empfänger wurden in ihrem Wohnkanton angezeigt.

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt auf Anfrage, dass der Zoll in diesem Jahr weit mehr solcher Fälle von Hanfsamen-Lieferungen gemeldet hat. Manuelle Erhebungen würden zeigen, so Kapo-Mediensprecherin Melanie Schmid, dass es in den ersten vier Monaten im 2015 rund 120 Fälle, im gleichen Zeitraum im Vorjahr rund 30 Fälle waren. Dies entspricht einer Zunahme ums Vierfache. 

Wie die Polizei nach solchen Meldungen vorgeht, unterscheidet sich. «Das Vorgehen der Polizei und die eingesetzten Mittel richten sich nach den Umständen, sagt Schmid. Da würde auch der Umfang der Lieferung mitentscheiden. 

Nicht in jedem Fall werden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Bei solchen entdecken die Beamten aber schon mal (kleine) Hanf-Indooranlagen. Welche der Entdeckungen im Zusammenhang mit den Meldungen des Zolls stehen, darüber gibt es keine genauen Zahlen. «In jedem Fall kommt es zur Anzeige», sagt Melanie Schmid.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 gibt es für kleinere Mengen Cannabis zum Eigengebrauch (bis 10 Gramm) Ordnungsbussen. Diese tauchen dann auch nicht mehr in der Kriminalitätsstatistik auf. Ähnlich wie im Strassenverkehr, wo auch zwischen Übertretung und Vergehen unterschieden wird. (ldu/cze)