Es ist nur in der Jahresausstellung möglich, so viele unterschiedliche Positionen der Solothurner Kunstszene auf einen Blick kennen zu lernen. Das macht für mich die Faszination dieser Schau aus.» Das sagt Dorothee Messmer, Direktorin des Kunstmuseums Olten und als Beisitzerin – zusammen mit Co-Direktorin Katja Herlach – in der dreiköpfigen Jury mit beratender Stimme mit dabei.

Jetzt sind die Eingaben ausgewählt und die Arbeiten in den verschiedenen Räumen des Kunstmuseums Olten gehängt und installiert und es zeigt sich, wie vielfältig tatsächlich diese Szene ist. «Wir beurteilten lediglich nach den eingereichten Dossiers. Da kann es dann schon mal zu gewissen Überraschungen kommen, wenn die Arbeiten ins Haus kommen», sagt Christoph Schelbert. Der Oltner Kunstschaffende und Institutsleiter an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW war diesmal der Jurypräsident. Ines Goldbach, Direktorin Kunsthaus Baselland, und Arno Hassler, Künstler aus Graubünden und dem Jura, sassen ebenfalls im Gremium.

«Allen Leuten recht getan, ist ein Ding, das niemand kann», zitiert Schelbert in seinem Jurybericht ein Sprichwort. Insgesamt hätten sich 183 Kunstschaffende mit 618 Werken beworben – 59 Künstler mit 124 Arbeiten sind nun zu sehen. «Wir wollen unsere Philosophie, eine möglichst breite Auswahl des solothurnischen Kunstschaffens in Olten zu zeigen, weiterführen», sagt auch Kunstvereinspräsidentin Gabriele Bono.

Streift man durch die vielgestaltigen Räume des Kunstmuseums Olten, gibt es ein Wiedersehen mit Bekannten, doch immer auch wieder Überraschungen. So neue kleinformatige Stahlinstallationen von Gunter Frentzel, unvergleichliche Aquarellarbeiten von Daniel Gaemperle oder provokante Bildcollagen von «Haus am Gern». Überraschungen sind beispielsweise die Acrylbilder von Mirjam Müller (*1991, die Jüngste in der Schau), die Philosophenbüsten von Pavel Ferus oder eine eindrückliche Gouache-Zeichnung von Lynn Gerlach (*1981).

Handwerklich ausgereifte Arbeiten, die auch inhaltlich zu überzeugen vermögen – so macht das Betrachten Freude. Zu erwähnen auch die Serie von Offset-Drucken von Matthias Huber, der dafür am Freitagabend auch mit dem Preis der Rentsch-Stiftung ausgezeichnet wurde. Auffallend ist, dass die Videokunst sich ihren Raum wieder zurückerobert hat.

Kunstmuseum Olten. 31. Jahresausstellung der Solothurner Künstler. Bis 24. Jan. 2016.